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Bolzplatz für Container-Schule

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Bürgermeister Guido Rahn und Zakalina Vlaski vom Karbener Bauamt zeigen, wie sich rund um die Schulcontaineranlage in Kloppenheim ein Schulgelände mit Garten und Bolzplatz entwickelt. niehoff © Jürgen W. Niehoff

Karben - Langsam rundet sich das Bild. Eine an sich triste Vier-Klassenraum-Containeranlage als Übergangslösung bis zum Bau eines neuen Schulgebäudes in Kloppenheim wird nach und nach zu einer richtigen Schule mit Umfeld. Doch ehe es so weit ist, kommen weitere Container als Klassenräume.

Lange Zeit hatte der Wetteraukreis als verantwortlicher Schulträger eine Lösung zur Erweiterung der Grundschule Kloppenheim an ihrem jetzigen Standort gesucht - vergebens. Zum einen reichte der Platz am bisherigen Standort nicht aus. Zum anderen wollte man im Rathaus nicht noch mehr Verkehr in die Ortsmitte ziehen, denn die neue Schule muss wesentlich größer werden als die jetzige Grundschule. Das zeigt schon die Entwicklung der Container-Übergangslösung. Zunächst nur als Anlage für vier Schulklassen mit rund 100 Kindern gedacht, wird jetzt schon an eine Erweiterung für drei weitere Klassenräume gedacht. Die Container sollen ein zweites Geschoss erhalten.

„Karben wächst unaufhaltsam und deshalb auch der steigende Bedarf an Schulräumen“, erklärt Bürgermeister Guido Rahn (CDU) die Erweiterungspläne nur knapp zwei Jahre nach Aufstellung der ersten Container. Die als Übergangslösung konzipierte Anlage in der Nähe des Bahnhofs muss erweitert werden. Denn dort, wo jetzt noch der Trainingsplatz des VfR ist, soll gebaut werden. Der Schulneubau wird zwischen der Kita „Glückskinder“ und der Bahnanlage, auf dem hinteren Teil des P+R-Platzes, entstehen.

Bis es allerdings so weit ist, vergehen noch fünf Jahre. „Das wird nicht vor 2028 fertig sein“, sagt Rahn. „Das ist noch eine lange Zeit und deshalb haben wir beschlossen, das Umfeld der Container-Schule ansprechender zu machen“, erläutert Rahn zusammen mit Bauamtsmitarbeiterin Zakalina Vlaski. Sie hat die Pläne für die Neugestaltung des städtischen Grundstückes entworfen.

Der Wetteraukreis hatte für die Aufstellung seiner Schulcontainer nämlich nicht einmal die Hälfte des Grundstücks angemietet und eingezäunt. Dabei blieb für einen richtigen Schulhof nur wenig Raum übrig. „Für Toben oder Spielen ist da kein Platz übrig. Zumal, wenn die Anlage jetzt sogar noch einmal erweitert wird“, sagt die Architektin Vlaski.

Das sahen auch die Eltern so und äußerten deshalb gegenüber dem Bürgermeister den Wunsch, das restliche Grundstück für die Schulkinder ebenfalls herrichten zu lassen. Weil sich der Wetteraukreis dafür nicht zuständig erklärte, ergriff Rahn die Initiative und erteilte seinem Bauamt den Auftrag, Pläne für einen „Schulgarten“, wie Vlaski das Gelände sofort benannte, zu erstellen. Als Erstes wurde ein Teil des abschüssigen Geländes für einen Bolzplatz begradigt. Sodann wurden zwei Tore mit richtigen Netzen angeschafft anstatt der inzwischen wegen der Vandalismusgefahr üblichen Metallkonstruktionen. Auch eine Bank ist bereits aufgestellt, ein „Kommunikationszentrum“, wie die Architektin die Sitzgelegenheit scherzhaft nennt. In Kürze sollen noch Spielgeräte wie beispielsweise ein Trampolin folgen und ein Schulgarten, in dem Pflanzen von den Schülern gepflegt und gehegt werden können.

„Wenn demnächst die Ganztagsschule umgesetzt werden muss, ist das eine sinnvolle und bestimmt auch interessante Beschäftigung für die Nachmittage“, ist Rahn überzeugt. Etwa 25 000 Euro investiert die Stadt für das Areal.

Dabei haben auch die Eltern ihren Teil dazu beigetragen. So sorgten sie für die Einzäunung des restlichen ehemaligen Kleingartengeländes im Anschluss an die Container-Anlage. Der Wetteraukreis hatte sehr nah um die drei Schulcontainer einen Zaun gezogen. Auch wenn zurzeit der Zugang zu dem neuen Schulgarten inklusive Bolzplatz an einer Seite noch möglich ist, wird sich dies wahrscheinlich demnächst ändern.

Bei seiner Besichtigung des Geländes stellte Rahn fest, dass zwischen Bolzplatz und den Schulcontainern eigentlich noch Ballfangnetze angebracht werden müssten. „Dann macht es aber auch Sinn, das gesamte Freizeitgelände nur für die Schüler freizugeben“, erklärt Rahn. „Allein schon, um den Aufsichtspersonen für den Nachmittagsunterricht ihre Arbeit zu erleichtern.“

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