An dieser Stelle wird der Wald bereits sich selbst überlassen. Es findet keine Bewirtschaftung mehr statt.

Karben

Bangen um Karbens Stadtwald

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Die SPD fordert wegen der Schäden einen Stopp der Holzvermarktung.

Die Klimaveränderungen wirken sich auch auf den Karbener Stadtwald aus. Die Trockenheit hat selbst vielen alten Bäumen zugesetzt. Nun verlangt die SPD-Fraktion einen Waldzustandsbericht. Zudem will sie zwei weitere Anträge zum Stadtwald einbringen. Und der Magistrat bringt eine Neuerung bezüglich des Holzverkaufs zur Abstimmung.

Vor allem die trockenen und viel zu heißen Sommer 2018 und 2019 haben Buchen, Eichen und andere Baumarten geschädigt. Den Stadtverordneten steht eine Präsentation der Forstbehörde zur Verfügung, in der die Auswirkungen des Klimas dargestellt werden. Da in den Wintern immer weniger Niederschlag fällt, kann der im Sommer verursachte Wassermangel nicht mehr ausgeglichen werden. Stark gefährdet sieht Hessen Forst demzufolge Fichte und Buche: 45 und 42 Prozent der Bäume sind in den Karten mit einem roten Punkt versehen: Sie werden absterben. Die SPD-Fraktion fordert nun vom Magistrat, mit Hessen Forst Gespräche aufzunehmen, den gesamten Karbener Stadtwald im Hinblick auf Klimaschäden zu erfassen und Maßnahmen einzuleiten. „Die unter klimatischem Stress stehenden Wälder erfordern kürzer getaktete Kontrollen“, sagt Fraktionschef Thomas Görlich.

Er verlangt, dass „ab sofort eine Vermarktung jeglicher Art des Karbener Waldes ausgeschlossen wird“. Begründung: „Der städtische Wald Karbens dient vorrangig zur Erholung. Im Zusammenhang mit den derzeitigen Schäden soll der Wald nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden. Da auch aktuell die Veränderungen durch den Klimawandel nicht abzuschätzen sind auch bezüglich absterbenden Bäumen und dem Erfolg von Nachpflanzungen.“

Während die Opposition also jegliche Holzvermarktung ausschließen will, will die Stadt den Holzverkauf nur anders organisieren. Aus der zur Abstimmung stehenden Magistratsvorlage geht hervor, dass der Holzverkauf künftig über die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Wetterau ausgeführt werden soll. Der Magistrat beruft sich auf eine Gesetzesänderung, nach der Hessen Forst seit diesem Jahr das geschlagene Holz aus dem Stadtwald nicht mehr für die Stadt Karben verkaufen darf. Deshalb schließe sich die Stadt dem Holzverkauf über die FBG an.

Hessen Forst erledigt alle Arbeiten bis zur Bereitstellung des Holzes, die FBG übernimmt die Vermarktung für die Mitglieder. Die Kosten, rund 28 000 Euro, sollen sich an den bisher an Hessen Forst entrichteten Beträgen orientieren. 

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