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Auflösung abgewendet

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Es geht doch weiter: Die Nachbarschaftshilfe »Herz und Hand« hat einen neuen Vereinsvorstand. © Jürgen W. Niehoff

Das befürchtete Aus für die Karbener Nachbarschaftshilfe „Herz und Hand“ konnte am Wochenende abgewendet werden. Während der erneut einberufenen Mitgliederversammlung, die notwendig wurde, weil sich beim letzten Treffen Ende August keine Kandidaten für den Vorstandsvorsitz hatten finden lassen, zeigte sich, wie schwer es ist, eine komplett neue Vereinsführung zusammenzustellen.

Deshalb leitete der bisherige Vereinsvorsitzende Klaus von Treichel die Sitzung bis zum Ende, obwohl eine neue Vereinsführung mit der 56-jährigen Altenpflegerin Helga Görg als neue Vorsitzende, dem 41-jährigen im Immobilienbereich tätigen Unternehmensberater Timo Diet-rich als deren Stellvertreter und Olaf Eulitz als alter und neuer Schatzmeister recht schnell gefunden war.

Die Versammlung, an der auch neue Mitglieder teilnahmen, begann mit dem Bericht des bisherigen Vorsitzenden. Von Treichel erinnerte an die Umstände, die zur erneuten Mitgliederversammlung nach so kurzer Zeit geführt hatte. Er und sein Stellvertreter Peter Keldorfer wollten nach sieben Jahren nicht länger an der Spitze des Vereins stehen.

„Die Arbeit ist einfach zu viel geworden, weil immer weniger die Verantwortung mittragen wollen“, sagt von Treichel. Hinzugekommen sei die Corona-Pandemie, wodurch fast alle Tätigkeiten zum Erliegen kamen und der Verein 32 Mitglieder verloren habe. Momentan habe „Herz und Hand“ 265 Mitglieder. Davon seien nur zehn Prozent aktiv im Sinne des Vereins tätig. „Es muss nun quasi wieder ein Neuanfang erfolgen“, kündigte von Treichel an. In den vergangenen Wochen habe er schon zahlreiche Gespräche geführt. So habe er beispielsweise zwei Neumitglieder gewinnen können, die sich zur Übernahme der Vereinsführung bereit erklärt hätten. Dafür musste der Beschluss der letzten Versammlung, bis zur Klärung der Zukunft des Vereins keine neuen Mitglieder und auch keine Arbeitsaufträge anzunehmen, aufgehoben werden. Was einstimmig erfolgte. Unter diese Aufhebung fällt auch eine Vereinbarung mit der Stadt, den Fahrdienst im Auftrag der Stadt um 200 Fahrten für beispielsweise Rollstuhlfahrer pro Jahr zu erweitern.

Diesen Punkt nahm Uli Bode auf. Er leitet den Arbeitskreis „Zukunft“ innerhalb des Vereins. Weil dieser in den vergangenen Jahren vor allem wegen Corona seine Tätigkeiten weitgehend habe einschränken müssen, solle man nun die Gelegenheit nutzen und die Aufgabenfelder stärker eingrenzen. „Solche Fahrten für die Stadt, also für Dritte und gegen Bezahlung, sind kaum noch mit unserer Vereinssatzung vereinbar. Bei unseren Tätigkeiten soll die Hilfe im Vordergrund stehen und es soll Spaß machen. Nur so entsteht Zusammenhalt und Gemeinsinn“, sagt Bode. Beides fehle in jüngster Zeit.

Bode schlug vor, die Attraktivität des Vereins durch Gemeinschaftsaktionen zu verbessern und für Verjüngung des Vereins zu sorgen, indem beispielsweise die Familienmitglieder stärker mit einbezogen werden. Die Tätigkeitsfelder seien zu verkleinern und dann damit stärker in die Öffentlichkeit zu treten. Zudem müsse die Digitalisierung und Modernisierung im Verein vorangetrieben werden. Zum einen, um den Vorstand die Arbeit zu erleichtern, und zum anderen, um die Aktionen und Angebote auf der vereinseigenen Homepage besser und öffentlichkeitswirksamer präsentieren zu können. „Dem Verein geht es nicht gut. Er muss deshalb öffentlicher auftreten und für mehr Verjüngung sorgen“, fordert Bode.

Es folgte die Vorstandswahl, bei der lediglich der Posten des Geschäftsführers unbesetzt blieb. Gewählt wurden neben Helga Görg als neue Vorsitzende, Timo Dietrich als deren Stellvertreter und Olaf Eulitz als Kassier, Doris Zug-Zaza sowie Sabine Greif, Markus Wirebal, Michael Wagner und Sabine Felgenträger als Beisitzer. Bis auf Eulitz sind alle anderen neu im Vorstand.

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