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Tatort Bahnunterführung.
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Tatort Bahnunterführung.

Bad Vilbel Bahnhof

Kameras für mehr Sicherheit

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Nach einem gewaltsamen Übergriff am Nordbahnhof liegt ein 42-Jähriger im künstlichen Koma. Videoüberwachung soll so was künftig verhindern. Aber ihrer Installation geht ein aufwendiger Abstimmungsprozess voraus.

Der am Donnerstagabend von Unbekannten am Nordbahnhof brutal zusammengeschlagene Ortenberger liegt wegen seiner schweren Verletzungen immer noch in einer Klinik in einem künstlichen Koma. Das teilt Pressesprecher Jörg Reinemer von der Polizeidirektion Wetterau in Friedberg mit. Der Bahnhofsbereich gelte seit längerem als Brennpunkt, heißt es aus der Polizeistation Bad Vilbel. Die aus diesem Grund vorgesehene Videoüberwachung gibt es bisher aber noch nicht.

Zeugen der Tat, bei der der 42 Jahre alte Mann schwere Verletzungen im Gesicht und am Kopf erlitt, gibt es offenbar nicht. Passanten sollen laut Polizeiangaben den Mann um 23.20 Uhr an der neuen Unterführung gefunden haben. Ob sich der gewaltsame Übergriff auf dem Bahnsteig, in dem Fußgängertunnel oder davor ereignet hat, ist noch unklar.

Zehn Spuren

Ebenso offen ist der Auslöser. Möglicherweise waren die Täter erheblich alkoholisiert. Auf einem Bahnsteig wurden von den Ermittlern eine Flasche Whisky und eine Flasche Cola sowie mehrere Becher sichergestellt. Bahnnutzer wollen vor der Tat zwei aggressive und pöbelnde Männer beobachtet haben. Laut Polizeisprecher Reinemer liegen einige Hinweise und zehn Spuren zur Tat vor. „Wir sind auf einem guten Weg“, fasst er die Ermittlungen zusammen.

Die Aussagen von Anwohnern im HR-Fernsehen, dass es vor dem Bahnhof öfter zu Schlägereien komme, hält Torsten Werner, Chef der Polizeistation Bad Vilbel, keineswegs für Übertreibungen. „Von der Sicherheitslage her betrachtet, ist der Nordbahnhof für uns ein Brennpunkt“, bemerkt er. Einbrüche, Diebstähle oder Aggressionen gegen Taxifahrer seien keine Seltenheit. Streifengänge seien dort nur im Rahmen des Möglichen machbar. „Für den öffentlichen Bereich am Nordbahnhof ist deshalb eine Videoüberwachung nötig“, findet Werner.

Längst eingeplant

„Voraussichtlich wird die Anlage Anfang 2013 in Betrieb gehen können“, sagte Ordnungsdezernent Jörg Frank (CDU). Die Kameras seien im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Unterführung von Beginn an eingeplant. Zur Installation sei ein aufwendiger Abstimmungsprozess zwischen Datenschutz, Polizei und Deutsche Bahn erforderlich gewesen. Demnächst soll die Ausschreibung beginnen. Im Blickwinkel der Überwachungskameras werden der Bahnhofsvorplatz und der Fußgängertunnel zu den Gleisen liegen – die Bahnsteige hingegen nicht. „Aus rechtlichen Gründen können wir nicht alles per Video überwachen“, erläutert Frank die Einschränkung. Durch die elektronischen Augen erhofft sich die Stadt vor allem eine präventive Wirkung. Bei kriminellen Taten könnten sie überdies bei der Ermittlung helfen. Mit der technischen Einrichtung ließen sich Personen, die sich im Blickbereich aufhalten, leicht identifizieren, zählt der Stadtrat den weiteren Nutzen auf.

Nach dem Übergriff sieht Frank keine Notwendigkeit, mehr Streifen seitens der Polizei oder der freiwilligen Polizeihelfer zur späten Stunde am Bahnhof zu verlangen. Die Bahn, so ein Sprecher, wolle erst die staatsanwaltlichen Ermittlungen abwarten, bevor sie entscheidet, ob sie ihr Sicherheitspersonal auch mal am Nordbahnhof patrouillieren lässt.

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