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Fahnenweihe im Juli 1958: Damals hatte die Chorgemeinschaft nur einen Männerchor. Die Frauen kamen 1994 dazu.
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Fahnenweihe im Juli 1958: Damals hatte die Chorgemeinschaft nur einen Männerchor. Die Frauen kamen 1994 dazu.

Karben

Junge Männer unter 50 gesucht

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Die Chorgemeinschaft Rendel hofft auf Nachwuchs im Jubiläumsjahr und setzt große Hoffnungen auf das Chorfestival in Karben. Viele Gesangsvereine leiden an Überalterung, die Ursachen sind vielfältig.

Dieter Wierz setzt große Hoffnungen auf das Chorfestival, das die Chorgemeinschaft Rendel an diesem Wochende ausrichtet. Wierz ist Erster Vorsitzender der Chorgemeinschaft, deren Vorläufer, der „Gesangverein Männerchor“, vor 150 Jahren gegründet wurde. Mit den Jubiläumskonzerten im Dorftreff Rendel will der Vorsitzende Nachwuchswerbung für den Verein machen. „Wir hoffen, dass die Veranstaltungen neue Sängerinnen und Sänger anziehen.“

Die kann die Chorgemeinschaft nämlich gut gebrauchen. Denn zum einen umfassen der Männerchor und der gemischte Chor insgesamt nur mehr 35 Männer und Frauen. Zwar sei die Zahl in den vergangenen Jahren gleich geblieben, sagt Wierz. Angesichts der Altersstruktur wird sich das in den kommenden Jahren jedoch ändern, wenn keine Sänger nachkommen. Denn die Mitglieder im Alter zwischen 40 und 60 Jahren sind laut Wierz in der Minderheit. „Gerade vor wenigen Monaten haben wir einen neuen jungen Mann unter 50 werben können“, so der Vorsitzende.

„Junger Mann unter 50“ – die Aussage spiegelt die Lage vieler Gesangvereinen wider. Die Ursachen für die Überalterung sind vielfältig. „Die Vereine haben in der Vergangenheit etwas verkehrt gemacht“, meint der neue Dirigent der Chorgemeinschaft Hubert-Thorwald Reuter. Es müsse ein musikalisches Angebot geben, das junge Leute anspreche. Doch gerade damit tun sich die Älteren offenbar schwer. Wierz spricht von einer „Scheu älterer Mitglieder vor fremdsprachigen Texten“. Reuter ist sich dieser Scheu bewusst. „Eine ältere Dame mit 75 Jahren muss ich da abholen, wo sie steht“, sagt der Dirigent. Dennoch probiere er derzeit, das musikalische Niveau in Rendel zu heben. Für den Vorsitzenden und den Dirigenten ist die Qualität ein wichtiges Argument, um in einem Chor zu singen. Das belege der im vergangenen Jahr gegründete Chor „Pro Musica“, in dem 65 Sängerinnen und Sänger aktiv seien. „In den neuen Chor kommt man fast ausschließlich der Musik wegen“, sagt Wierz. In den traditionellen Chören spiele dagegen die Geselligkeit eine genauso große Rolle. Sie hätten im Dorf einst eine wichtige soziale Funktion erfüllt, ergänzt Reuter.

Demgegenüber sei heute gerade für junge Menschen das sportliche und kulturelle Unterhaltungsangebot „gigantisch“, meint der Vorsitzende. Zudem hätten sich die Einstellungen geändert. „Jugendliche sind weniger bereit, sich an einen Verein zu binden.“ Sie hätten mehr Spaß an temporärer „projektorientierter“ Arbeit. Ehrungen für 40- oder 50-jährige Vereinsmitgliedschaften werde es deswegen irgendwann nicht mehr geben, glaubt Wirz. Sämtliche Probleme gälten mehr oder weniger für alle Chöre in den Kärber Stadtteilen – den Männerchor in Petterweil sowie die gemischten Chöre in Kloppenheim und Burg-Gräfenrode.

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