Bad Vilbel

Isil Yönter wechselt zu den Grünen

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Die SPD ist überrascht und verärgert über den Fraktionswechsel. Die Mandatsrückgabe wird gefordert.

Von einem überraschenden und herben Verlust spricht SPD-Fraktionschef Christian Kühl. Aber auch Verärgerung äußert er im Gespräch mit der FR darüber, dass Isil Yönter Partei und Fraktion verlassen hat. Frust herrscht bei Kühl nicht nur, weil die engagierte Stadtpolitikerin und Vorsitzende des Ausländerbeirates zu den Grünen übergelaufen ist. Yönters Aufnahme in die Grünen-Fraktion wird in der Stadtverordnetensitzung am 10. September offiziell vollzogen.

Isil Yönter ist Stadtverordnete und stellvertretende SPD-Vorsitzende.

„Mitten in der Legistrationperiode die Fraktion zu wechselt, ist unfair“, so Kühl. Der Wähler habe mit seiner Stimme Yönter den Auftrag gegeben, SPD-Politik umzusetzen und nicht die der Grünen. „Sie hätte jetzt zumindest ihr Mandat zurückgeben müssen“, sagt Kühl. Alles andere als eine Rückgabe des Mandats widerspräche dem sozialdemokratischen Grundverständnis von Solidarität, das Yönter auch für sich stets in Anspruch genommen habe. Künftig wird die SPD in der Stadtverordnetenversammlung neun und die Grünen acht Sitze haben. Ob Yönter ihren Sitz im Haupt- und Finanzausschuss mit in ihre neue politische Heimat nehmen kann, ist noch unklar.

„Isil Yönter hat uns vor einigen Wochen angesprochen“, sagt Grünen-Fraktionschef Jens Matthias der FR. „Wir schätzen sie, weil wir wissen, zu welchen Themen sie steht und wie sie argumentiert“, sagt Matthias. Die Fraktion habe sich nach Beratung einstimmig für die Aufnahme entschieden.

Yönter, die gestern telefonisch nicht erreichbar war, erklärt den Fraktionswechsel in einer gemeinsamen Mitteilung der Grünen: „Ich habe den Weg zu den Grünen gesucht, da ich mich mit den Grünen Themen und der grünen Politik inzwischen besser identifizieren kann.“

Für Yönter war augenscheinlich auch ein anhaltender parteiinterner Zwist Grund, bei den Grünen anzuklopfen. In der Mitteilung bemerkt sie, die Grünen „leben die innerparteiliche Demokratie“. Dass es bei den Genossen innerparteiliche Autokratie herrscht, weist Kühl zurück. Aber, wo Menschen miteinander arbeiten und leben, könne es schon mal Differenzen geben. „Vielleicht hat sich Yönter in der einen oder anderen Sache vom Vorstand nicht mehr mitgenommen gefühlt. Möglicherweise hat sich dieser Riss im Frühjahr 2018 vergrößert. Bei der Wahlkreiskonferenz zur Landratswahl kandidierte neben Yönter auch die Bad Vilbeler Fraktionskollegin Mirjam Fuhrmann. Während der Debatte sollen die Fetzen geflogen sein. „Möglicherweise hat Frau Yönter dies nicht überwunden“, so Kühl.

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