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Bad VIlbel

Immer weniger Sozialwohnungen

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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In Bad Vilbel hat die Zahl von Sozialwohnungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Eine falsche Entwicklung, finden die Grünen und greifen das Thema in ihrem Wahlkampf auf. Die Stadt müsse die örtliche Baugenossenschaft unterstützen, meinen sie.

In Bad Vilbel gibt es immer weniger öffentlich geförderte Wohnungen. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Genossenschaft für Bauen und Wohnen (GBW) für 2104 hervor. Von 771 Wohnungen der GBW waren demnach 2015 noch 482 Wohnungen öffentlich gefördert. Das entspricht einer Quote von knapp 72 Prozent. 2013 lag sie noch bei 87 Prozent, 2014 war sie bereits auf knapp 83 Prozent gesunken.

Die Mieten für die öffentlich geförderten Wohnungen liegen unter dem üblichen Marktpreis und sind für Menschen mit Wohnberechtigungsschein reserviert. Die Genossenschaft für Bauen und Wohnen hat 668 Wohnungen in 63 verschiedenen Häusern. In den kommenden Jahren werden weitere Wohnungen aus der Mietpreisbindung fallen und unterliegen dann den normalen Marktpreisen.

Eine Entwicklung, die die Bad Vilbeler Grünen nun zum Wahlkampfthema machen. Sie gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren weitere 227 Wohnungen aus der Preisbindung fallen. Kommen keine neuen Wohnungen hinzu, entspricht das bei dem derzeitigen Wohnungsbestand der GBW 38 Prozent.

„Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Bad Vilbel ist eine der dringlichsten sozialen Aufgaben unserer Gemeinde“, sagt Jens Matthias, stellvertretender Vorsitzender der Grünen. Es sei dringend zu handeln, fordert er und kritisiert, dass der städtischen Politik der politische Wille fehle günstigen Wohnraum zu schaffen. „Die Wohnbaugenossenschaft, an der die Stadt beteiligt ist, würde gerne Wohnraum schaffen, kann dies aber aufgrund der hohen Grundstückspreise nicht realisieren“, schreibt Mathias in einer Pressemitteilung. Im Geschäftsbericht der GBW für das Jahr 2014 heißt es dazu: „Aufgrund hoher Grundstückspreise in Bad Vilbel konnte der Ankauf unbebauter Grundstücke in den vergangenen Jahren nicht rentabel dargestellt werden.“

Hier müsse gehandelt werden, fordern die Grünen. Statt für zu 700 Euro pro Quadratmeter solle die Stadt Grundstücke an die Wohnbaugenossenschaft deutlich günstiger verkaufen, um die Grundlage für sozialen Wohnungsbau zu schaffen, fordern sie. Angesichts der vielen Sozialwohnungen, die wegfielen, sei die Ankündigung der Stadt, 60 Sozialwohnungen zu bauen, „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, moniert Bürgermeisterkandidat Clemens Breest.

Stadtrat Klaus Minkel (CDU), der auch den Immobilien-Eigenbetrieb der Stadt leitet, konterte die Aussagen der Grünen postwendend: In kaum einer Stadt gebe es seit Jahrzehnten eine derart hohe Bautätigkeit wie in Bad Vilbel. Die Grünen hätten dabei stets „im Bremserhäuschen“ gestanden, kritisiert Minkel und schreibt: „Wenn man stets gegen neue Baugebiete war, ist es scheinheilig, nun Wohnungsbau zu fordern.“

Einen direkten Bezug zum sozialen Wohnungsbau nimmt er in seiner Mitteilung jedoch nicht. Vielmehr betont er „den Kaskadeneffekt“. Durch die hohe Bautätigkeit im mittleren und oberen Preissegment würden durch Umzüge der Mieter Wohnungen frei. Das führe „zu mehrfachen Umschichtungen, bis am Ende auch im unteren Preissegment eine Wohnung frei wird“.

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