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Weg in Obdachlosigkeit

Immer Pech gehabt

Die Frau stirbt, der Job geht verloren. Der 49 Jahre alte Axel Süß schildert FR-Mitarbeiterin Jana Tempelmeyer, wie er obdachlos wurde.

Von Jana Tempelmeyer

Das Schicksal meint es mit Axel Süß nicht gut. Als er 36 Jahre alt ist, stirbt seine Frau an einem Gehirntumor. Kurz darauf verliert er seinen Arbeitsplatz als Landmaschinenschlosser, weil er Probleme mit dem Rücken hat und sich mehreren Operationen an den Bandscheiben unterziehen muss. Seit 2009 lebt er im Karl-Wagner-Haus. Er fühlt sich dort sehr wohl.

Der heute 49-jährige Süß ist im ostdeutschen Zwickau aufgewachsen. Nach der Wende und dem Verlust seiner Frau, steht er plötzlich alleine da. Doch er lässt den Kopf nicht hängen und sucht sich einen Job. Auf einem Reiterhof findet er Arbeit. Er betreut die Pferde und findet Gefallen daran.

Später kommt er zu einem Schaustellerbetrieb nach Hessen, dort arbeitet er zehn Jahre. Da er Erfahrungen mit Pferden hat, betreut er die Ponyreitbahn. „Ich wurde dort total ausgebeutet“, sagt er. Gerade mal fünf Euro bekam er am Tag, im letzten Monat gab es gar kein Geld mehr.

Schließlich flieht er, so wie er es nennt, gemeinsam mit einem Kollegen von seinem Arbeitgeber. „Ich habe es nicht mehr ausgehalten“, sagt er. Er habe sich nicht weiter ausnutzen lassen wollen.

Der 49-Jährige stand damals ohne Unterkunft und Geld da. Zuflucht hat er im Karl-Wagner-Haus gesucht und gefunden. Hier bewohnt er ein Einzelzimmer und verdient sich in der Herberge etwas Geld dazu. Dort richtet er die Zimmer für die Neuankömmlinge her, wechselt die Wäsche und räumt auf.

„Ohne was zu machen, könnte ich hier nicht leben“, sagt Süß. Er steht im engen Kontakt mit der Arbeitsagentur und hofft, wieder einen Job zu finden. Gerne würde Axel Süß wieder als Pferdepfleger arbeiten, denn die Erfahrung hat er, aber die Ausbildung dazu nicht.

In seiner Freizeit geht Süß viel spazieren und liest, am liebsten alte Westernromane oder Krimis. Doch: „Den ganzen Tag hier drinnen, das geht nicht“, findet der 49-Jährige.

Das kleine Einzelzimmer gefällt ihm. Außerdem hat er im Haus gute Bekannte gefunden. „Es ist nicht schön, wenn man sich weit unten rumtummelt, aber man sammelt auch viele Erfahrungen“, sagt Süß.

Solange er keine familiären Bindungen hat, will er erstmal im Haus bleiben.

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