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Seit 2007 gibt es wieder einen  Turm auf dem Hausberg.
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Seit 2007 gibt es wieder einen Turm auf dem Hausberg.

Hausbergturm in Butzbach

Idealer Aussichtspunkt

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Seit 2007 gibt es wieder einen Turm auf dem Hausberg. Er steht auf geschichtsträchtigem Grund.

Das Herz klopft schnell vom Aufstieg auf den 23 Meter hohen Hausbergturm. Doch mit dem Blick aufs weite Land ist Entschleunigung angesagt. Selbst die Fahrzeuge auf der Autobahn A5 am Horizont scheinen nur noch dahin zu schleichen. Immerhin ragt allein der Hausberg 486 Meter über dem Meeresspiegel empor. Hier oben auf dem Turm scheint die Zeit einfach langsamer zu vergehen.

Schon auf dem Parkplatz ist es besser, in Ruhe erstmal die Lage zu peilen: Zu dem Ausguck sind es laut einem Schild 1,8 Kilometer Fußweg, natürlich bergauf. Aber Vorsicht beim Loswandern und genau die Richtung anpeilen: Es gibt auch noch einen Kleinen Hausberg, von dem aus kann man jedoch höchstens sehnsüchtig auf den Holzturm schauen.

Der Hausberg – der mit dem Turm – ist schon von Natur aus ein idealer Aussichtspunkt. Das Gipfelplateau mit seinem Durchmesser von knapp 80 Metern soll einst von den Kelten besiedelt gewesen sein. Funde aus Grabungen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts legen die Vermutung nahe, dass es sich um eine Wehranlage oder Höhensiedlung gehandelt haben könnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten Archäologen das Gebiet nicht mehr erforschen. Die US-Armee stellte in der Zeit des Kalten Kriegs auf dem Hausberg eine Radarstation auf. Sie sollte als Alarmposten für einen möglichen Angriff des Warschauer Pakts fungieren. Für die Butzbacher ging damals ein Ausflugsziel verloren. Weitaus schlimmer war jedoch, dass die US-Armee mit dem Bau der technischen Anlage die mehr als 2300 Jahre alte Kulturgeschichte des Hausbergs abräumte, leider ohne Wissen der deutschen Denkmalämter.

Schon in früheren Zeiten wollten die Butzbacher auf der kahlen Platte des kegelartigen Bergs einen Aussichtsturm bauen. 1862 wurde der Hausberg- und Verschönerungsverein gegründet, um dem Ziel näher zu kommen. Gut elf Jahre dauerte es bis ein Teil der Bausumme von 514 Gulden zusammen kam. Zehn Meter hoch ragte die Holzkonstruktion über das Plateau. Ein Herbststurm blies 1875 den Turm um, da er nicht genügend im Grund verankert war, wie die Chronik weiß. Nachdem das Bauwerk wieder aufgerichtet war, hielt es 66 Jahre jeder Witterung stand. 1941 wurde der Turm abgerissen, weil er baufällig war.

Lange nach Abzug der US-Armee fanden sich 2005 Bürger in einer Initiative zusammen, um auf dem Hausberg wieder einen Aussichtsturm zu errichten. Diesmal ging das Verfahren zügiger voran. Im Jahr 2006 wurde ein Förderverein gegründet. Im Herbst 2007 wurde mit dem Bau begonnen, 44 Tonnen Beton wurden zur Gründung gegossen und 215 Festmeter Douglasienholz zu einer tragenden Konstruktion verarbeitet. Die Kosten betrugen etwas mehr als 290?000 Euro.

Viele, viele Spender haben zur Realisierung des Projektes beigetragen. Wer ein bestimmtes Bauteil wie zum Beispiel eine Treppenstufe finanzierte, konnte sich mit einem Namensschild verewigen. „Thomas Gerun“ steht auf der ersten und „Otfried Herling“ auf der obersten Stufe. Die vielen Schildchen könnten die Ursache sein, wenn manch ein Besucher, versunken im Lesen, die Treppen langsam nimmt. Mit dem Bau des Turms haben sich die Aufgaben des Fördervereins nicht erledigt. Es müssen laufend Spenden eingeworben werden, denn der Unterhalt des Aussichtspostens kostet Geld.

Der Hausbergturm ist ständig geöffnet. So lässt sich der Fernblick an schönen, klaren Tagen nutzen, auch wenn diese nicht auf ein Wochenende fallen. Oben auf der Aussichtsplattform erklären Hinweistafeln, was in der Ferne in allen vier Himmelsrichtungen zu sehen ist. Ein Fernglas sollte man unbedingt mitnehmen. Oben wartet auf den Besucher eine Bank. Hier kann man rasten, sich das Wanderbrot schmecken lassen und an nicht wenigen Tagen im Jahr wird einem der Wind um die Ohren pfeifen .

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