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„Ich will mich weiterentwickeln“

Autorin Hanna Winter über Pseudonyme, Frauenromane und die Generation Praktikum

Mitte Februar erscheint ein neuer Thriller von Hanna Winter, in dem sie zum zweiten Mal die Profilerin Lena Peters ermitteln lässt. Wenig später wird die gleiche Autorin als Eva Sternberg ihren ersten Frauenroman veröffentlichen.

Ihre Bücher schreiben Sie unter Pseudonymen. Wie soll ich Sie denn ansprechen? Sie können mich gerne bei meinem richtigen Namen Eva Rehberger nennen.

Nach mehreren Bestsellern lüften Sie jetzt also das Geheimnis?Ja. Aber die Pseudonyme sind mir wichtig, da die Bücher sehr verschiedene Genres bedienen.

Frau Rehberger, Sie haben in den vergangenen Monaten einen Thriller und einen Frauenroman geschrieben. Ein ziemliches Kontrastprogramm, oder?

Allerdings. Ich habe die Bücher aber nicht parallel geschrieben. Vormittags an dem einen zu schreiben und nachmittags an dem anderen, würde nicht funktionieren. Ich lasse mich leicht ablenken und muss mich richtig in den Kosmos einfühlen. Während ich den Lena-Peters-Thriller geschrieben habe, hatte ich die Idee für den Frauenroman. Geschrieben habe ich ihn aber danach. Am vergangenen Freitag habe ich ihn endlich abgegeben. Es ist auch eine sehr andere Sprache. Die würde ich sonst sicher vermischen.

Was hat Sie denn bewegt einen Frauenroman zu schreiben– Ihre Thriller sind doch Bestseller? Seelenriss ist mein vierter Thriller und es macht mir auch großen Spaß. Allerdings will ich mich immer weiterentwickeln. Wenn ich eins nicht mag, dann auf der Stelle stehen zu bleiben. Ich werde auch weiterhin Thriller schreiben und mich darin weiter entwickeln. Aber es macht mir auch sehr viel Spaß mich neu zu erfinden. Mal schauen, wie das klappt.

Wie ist denn Ihre Herangehensweise an die Genres? Es ist tatsächlich ein ganz anderes Schreiben für mich. Beim Thriller habe ich meistens nachts geschrieben – da brauchte ich absolute Stille und Düsterheit. Beim Frauenroman geht das eher locker-flockig zu. Ab und zu auch mal mit einem Prosecco.

Während die Ermittlerin Lena Peters mit allen Wassern gewaschen ist und auf jede Frage eine Antwort weiß, ist die Redaktions-Praktikantin Charlotte Paul eher unsicher. Zeichnen Sie da zwei Typen von Frauen? Absolut. Wobei beide ihre Stärken und Schwächen haben. Charlotte Paul wird im Laufe des Romans aber auch selbstbewusster und kecker. Und ihre Unsicherheit weicht etwas.

Charlotte Paul und ihre Freundinnen sind typische Vertreter der Generation Praktikum. Was macht diese Generation aus? Wahnsinnige Anstrengung. Es ist unheimlich hart für diese Generation einen Job in der Medienbranche zu finden. Als ich als Redakteurin gearbeitet habe, hatte ich immer wieder Praktikanten. Da habe ich hautnah mitbekommen, wie frustrierend das ist.

Haben Sie auch konkret erlebt, dass jemand am ersten Tag unvorbereitet zum Interview muss?Die gleiche Frage hat mein Lektor auch gestellt. Aber genau das ist mir selbst passiert. Ich bekam bei einem Fernseh-Praktikum am ersten Tag einen Autoschlüssel in die Hand gedrückt mit dem Hinweis, dass ich schon viel zu spät für den Termin dran sei.

Beide Protagonistinnen wollen im Job unbedingt performen.

Ich selbst bin sehr ehrgeizig. Das ist wohl unbewusst in meine Figuren eingeflossen. Ich bin aber eher wie Charlotte Paul, die das Ganze am Ende des Tages mit einem Augenzwinkern sieht.

Das Interview führte Claudia Isabel Rittel

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