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Zado vor dem SPD-Bürgerbüro an der Bahnhofstraße.
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Zado vor dem SPD-Bürgerbüro an der Bahnhofstraße.

Karben

„Ich war wahnsinnig geehrt“

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Die 25 Jahre alte Nora Zado kandidiert auf Platz 2 der SPD-Liste für das Karbener Stadtparlament. Die sozialdemokratische Tradition in ihrer Familie reicht weit zurück.

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Nora Zado hat einen angenehm festen Händedruck. Zur Begrüßung schaut sie einem in die Augen. Das Auftreten der 25-Jährigen ist höflich, aber bestimmt. Auf Vorbilder in der deutschen Sozialdemokratie angesprochen nennt sie Willy Brandt und Otto Wels, jenen SPD-Reichstagsabgeordneten, der den Nazis den legendären Satz entgegenschleuderte: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“ Eigentlich, sagt Zado, komme es ihr aber nicht so sehr auf Persönlichkeiten an wie auf Taten. Erst seit 2015 ist sie SPD-Mitglied. Die sozialdemokratische Tradition in ihrer Familie reicht weit zurück. Schon ihr Großvater gehörte der Groß-Kärber SPD an. Er wurde wegen seiner Überzeugung von den Nazis in ein Internierungslager gesteckt.

Nora Zado weiß, wo sie steht und was sie will. Und dazu gehört es, für die SPD in Karben Verantwortung zu übernehmen. In einer Mitgliederversammlung vergangenen November wurde sie auf Platz 2 der SPD-Liste für das Stadtparlament gewählt. Sie wird damit von April an so gut wie sicher Stadtverordnete sein. Auf dem Dallesplatzfest der Kärber SPD habe man sie gefragt, ob sie kandidieren wolle. „Ich war wahnsinnig geehrt“, sagt Zado. Die Entscheidung, das Angebot anzunehmen, habe sie jedoch nicht leichtfertig getroffen.

Das kann sie auch nicht. Die Groß-Kärberin hat viel zu tun. In Marburg studiert sie vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft, nachdem sie schon eine Ausbildung zur Industriekauffrau abgeschlossen hat. Sie fährt mit dem Zug zu den Vorlesungen und Seminaren. Auch engagiert sie sich für die in Friedberg ansässige Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-BI). Im November 2014 nahm die frühere Friedberger Augustinerschülerin gemeinsam mit dem BI-Vorsitzenden Andreas Balser den Sozialpreis des Wetteraukreises entgegen. In dem Verein erfuhr sie einen Großteil ihrer politischen Sozialisation. Sie gehörte 2005 zu den Gründungsmitgliedern der Antifa-BI, die sie einen „Verein aus der bürgerlichen Mitte“ nennt. Viele SPDler seien dort aktiv.

Die zusätzliche Belastung als Stadtverordnete könne sie ab. „Bestimmt wird es Tage geben, an denen es ordentlich eng wird“, sagt Zado. Doch das werde sie meistern. „Ich arbeite im Zug relativ viel und konzentriert.“ Einen Vorgeschmack auf das, was sie erwartet, bekommt sie schon jetzt. „Ich arbeite mich durch Bauleitpläne durch.“ Sie stehe vor grundlegenden Sachen. Es sind bestimmte Formalia, mit denen sich jeder Stadtverordnete vertraut machen muss.

Was die Inhalte betrifft, so hat Zado, die schon am Wahlprogramm des Ortsvereins mitarbeitete, durchaus einige Vorstellungen. Karben solle ja wachsen, sagt Zado. Es gehe aber um das Wie. Das neue Stadtzentrum müsse sozial und grün weiterentwickelt werden. „Man sollte nicht in zehn bis 15 Jahren denken: ‚Was haben wir dorthin gesetzt?‘“ Die Schwerpunkte ihrer Arbeit als Stadtverordnete werde sie auf die Themen Mobilität, sozialer Wohnungsbau und Flüchtlinge legen.

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