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Beherbergt 700 Arten: der Rosenhang.
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Beherbergt 700 Arten: der Rosenhang.

Karben Bad Nauheim

Hilfe für die Königin

Der Rosenhang zwischen Karben und Bad Nauheim braucht mehr Pflege. Die "Steinfurther Runde" lädt zu Gesprächen ein, wie man das Kleinod am besten in Schuss halten kann.

Von Bruno Rieb

Der Rosenhang zwischen Karben und Bad Nauheim braucht mehr Pflege. Die "Steinfurther Runde" lädt zu Gesprächen ein, wie man das Kleinod am besten in Schuss halten kann.

Es droht der Verlust eines einzigartigen Rosengartens“, schlägt Stefan Rücker Alarm. Mangels Pflege könnte dem Rosenhang in Karben bald das letzte Stündlein geschlagen haben, fürchtet der engagierte Rosenfreund. Rücker ruft daher zum Arbeitseinsatz alle vier Wochen an dem Hang auf. Das 5000 Quadratmeter große Areal mit den dornigen Gewächsen genießt einen herausragenden Ruf unter Rosenfreunden. Hier wachsen über 700 alte und wilde Arten. Der Hang ist deshalb zu einer Wallfahrtsstätte der Rosenliebhaber geworden. Fachzeitschriften haben über die ungewöhnliche Sammlung alter Rosenarten berichtet.

Der Karbener Ralf Berster hatte das Refugium 1993 geschaffen. Sein Garten im Lindenweg war für sein Hobby viel zu klein geworden. Er fragte bei der Stadt nach, ob er auf der öffentlichen Wildwiese unterhalb des Klein-Karbener Friedhofs Rosen pflanzen dürfe. Er bot an, das Rosarium auf eigene Initiative und Kosten anzulegen. Der Magistrat nahm den Vorschlag gerne an.

19 Jahre allein

Berster hat den Rosenhang in den vergangenen 19 Jahren weitgehend allein bewirtschaftet. „Nun ist nicht nur der Rosenhang in die Jahre gekommen, auch an Herrn Berster ist die Zeit leider nicht spurlos vorübergegangen“, sagt Rücker. Berster ist inzwischen 76 Jahre alt.

Ganz ohne Hilfe ist Berster in den vergangenen Jahren allerdings nicht geblieben. Die Stadt Karben half, freiwillige Helfer waren gelegentlich am Werk und die Diakoniestation Karben setzte die Rosenpflege als therapeutische Beschäftigung für psychisch kranke Menschen ein, berichtet Rücker.

Nun soll die Pflege des Hangs systematisch erfolgen. Einmal im Monat wollen Freunde der königlichen Blume mit Motorsense und Rosenschere ans Werk gehen. Aber alles streng biologisch. „Immer sind fachkundige Rosenfreunde zugegen, die gerne den einen oder anderen guten Tipp geben“, sagt Rücker. Und nicht nur die Fans des dornigen Gewächses kämen auf ihre Kosten. Die Bewirtschaftung ohne Gift und Kunstdünger habe eine „Oase des Lebens und der Artenvielfalt“ entstehen lassen. Deshalb könnten hier auch Vogelliebhaber seltene Vögel beobachten und Insektenfreunde würden auch ganz sicher fündig.

Wiege des Rosenanbaus

Bei der Pflege des Hangs werde mit der „Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur“ und der „Kleinen Rosenrunde Steinfurth“ zusammengearbeitet, sagt Rücker. Die Rosenrunde tagt jeden dritten Samstag in Steinfurth, dem Bad Nauheimer Stadtteil, der als Wiege des Rosenanbaus in Deutschland gilt. Hier produzieren etliche Rosenschulen das edle Gewächs. Die Rosenrunde versteht sich als „Bindeglied vom Erzeuger zum Kunden“, sagt Rücker. Seit zwei Jahren träfen sich „Kunden, Pflanzenfreunde und besonders rosenbegeisterte Menschen“ zum Erfahrungsaustausch und Rosengesprächen. Ausflüge zu Rosenbetrieben und auf Rosenfelder werden unternommen und Profis aus den Steinfurther Rosenbetrieben plaudern aus dem Nähkästchen. „Die Region hat viel zu bieten und wir finden immer wieder Neues rund um die Rosen“, sagt Rücker.

Beim nächsten Treffen am morgigen Samstag in der Rosenschule Ruf steht die Hagebutte, die Frucht der Rose, im Zentrum. Die Rosenschule feiert an diesem Tag ihr Hagebuttenfest. Auch um die Wintervorbereitung wird es gehen und darum, wie Kübelrosen am besten durch die kalte Jahreszeit gebracht werden.

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