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Kanalwart Klaus Kniese an der Hochwasser-Pumpanlage in Gronau.
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Kanalwart Klaus Kniese an der Hochwasser-Pumpanlage in Gronau.

Bad Vilbel

Herr der Rohre feiert Jubiläum

Kanalwart Klaus Kniese kümmert sich auch um die Drei-Kreisel-Baustelle.

Von Rebecca Röhrich

Klaus Kniese sitzt am Schreibtisch in seinem kleinen Büro im Bad Vilbeler Stadthaus. Vor ihm liegt der Plan des Kanalnetzes rund um die Drei-Kreisel-Baustelle in der Homburger Straße. Eine auf den ersten Blick unübersichtliche Anzahl von bunten Linien, geometrischen Formen und Zeichen ziehen sich über das riesige weiße Papier. Aber der Mann mit den dunklen Haaren hat den Durchblick.

Im Zuge der neuen Verkehrsführung, die mit dem Kreisverkehr entsteht, werden auch die Rohre für die Wasserversorgung rund um das Bahnviadukt neu verlegt. Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro IMB-Plan ist der vorgesetzte Mitarbeiter vom Fachdienst Tiefbau/Abwasser für den reibungslosen Ablauf zuständig.

„Wasser- und Elektrikpläne sind sich sehr ähnlich. Da gibt es viele Schnittstellen“, erklärt der gelernte Elektriker, der bei der Stadt Bad Vilbel jetzt sein 25-jähriges Dienstjubiläum hat. „Damals wollte ich einfach mal etwas anderes machen, deshalb hatte ich mich auf die Stelle als Kanalwart bei der Stadt beworben und sie bekommen“, sagt Kniese.

Die Bestandspläne von Leitungen sind auf dem Papier zwar ähnlich. Trotzdem musste er noch Einiges lernen. Zum Beispiel den Umgang mit einer speziellen Sofortbildkamera, die früher manuell Fotos aus dem Inneren der Kanäle machte. „Das war ein Sprung ins kalte Wasser“, erzählt der gebürtige Bad Vilbeler.

Heutzutage geschieht das alles mit ferngesteuerten Kameras, die durch die Rohre fahren und deren Bilder bequem an einem Monitor im Einsatzwagen der Stadt angeschaut werden können. Nur noch selten müsse man in die Kanalisation hinabsteigen.

In den vergangenen 25 Jahren als Kanalwart habe sich viel verändert in seiner Heimatstadt, erzählt der agile Mann Anfang 50. Nicht nur die Technik bei Kanalarbeiten habe große Fortschritte gemacht, sondern auch die Stadt sei stark gewachsen.

Folglich musste auch das Kanalnetz Stück für Stück ausgebaut werden. War es 1984 120 Kilometer lang, sind es heute 196 Kilometer an Rohren, die sich drei Meter unter der Quellenstadt durch die Erde ziehen, um Wasser zu liefern oder zu entsorgen.

Auch die Wettersituation habe sich geändert, so Kniese. Starke Regenfälle seien in den vergangenen Jahren häufiger geworden. Deshalb würden die neuen Kanäle für Regenwasser größer geplant. Sie haben in der Regel einen Durchmesser von 30 Zentimetern. So auch bei der Drei-Kreisel-Baustelle, wo die Arbeiten langsam zu Ende gehen. Zwei der drei Kreisel sind fast fertig und dort sind auch schon die Kanäle angelegt. Hierbei wurden die Wasserkanäle der Straße Am Sportfeld auf das Teilstück zwischen dem zweiten und dritten Kreisel umgesiedelt. Die Erneuerung der Kanäle unterhalb des Bahnviaduktes steht zum Frühjahr dieses Jahres an. Die Unterführung muss in dieser Zeit gesperrt bleiben.

Es ist die Vielseitigkeit, die Kniese an seinem Beruf liebt. Denn er ist nicht nur für den Tiefbau zuständig, sondern auch für die historische Straßenbeleuchtung, die städtischen Brunnen und das Stadtmobiliar. Kniese arbeitet gerne für seine Geburtsstadt. Nur leben möchte er in Bad Vilbel nicht mehr. Seine alte Heimat sei ihm zu städtisch geworden, sagt der Kanalwart der Quellenstadt.

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