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John-F.-Kennedy-Schule

In der Haut der anderen

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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John-F.-Kennedy-Schule engagiert People's Theater für Projekt zur Konflikt-Prävention.

Morgen geht der Ärger für Petra weiter, steht für fast die Mehrheit der Schüler der Klasse 5b fest. Für die Kinder hat sich Lars nicht ehrlich bei Petra entschuldigt. Ein Mädchen reckt die Hand hoch und ruft hinterher: „Doch hat er!“ Ob Lars und Basti weiterhin Petra schubsen und mit Papierkugeln bewerfen werden, bleibt offen. Die drei Jugendlichen sind Akteure des People’s Theater aus Offenbach mit deren Hilfe die Sozialkompetenz von Schülern verbessert werden soll.

Mit erneuter finanzieller Hilfe des Lions Club Bad Vilbel kann das Projekt zum zweiten Mal an der John-F.-Kennedy-Schule laufen. „Ich hatte eines Tages genug von der faulen Ausrede der Schüler“, erklärt Schulleiter Peter Mayböhm, wie das People’s Theater an die JFK kam. „Das habe ich nicht gewusst“, bekam er immer wieder zu hören, wenn etwas zwischenmenschlich schiefgelaufen war.

In Rollenspielen können die Kinder- und Jugendlichen verschieden Situationen und Charaktere ausprobieren. Im Alltag würden sie sowas vermeiden, aus Angst, vor Gleichalterigen als „uncool“ zu gelten.

Wer bislang nie nachgab, kann so einmal erleben, dass dies keine Niederlage bedeuten muss. In der Rolle können die Schüler Gefühle zeigen, die sie bislang vor Mitschülern verborgen haben. Ein großes Schild vor der Brust macht sie für den Moment zu jemand anderen. Nach der „Show“ und dem Abnehmen des Schild ist der Pennäler wieder der, der er vorher war – aber hoffentlich mit einer Erkenntnis mehr.

Peter Mayböhm betont, dass sich die Schüler mit dem Streitschlichter- und dem Schülersanitär bereits im Miteinander übten. Außerdem stünde Schulsozialarbeiterin Joyce Lühl Lehrern wie Jugendlichen bei Problemen zur Seite. Allerdings wisse nach jedem Schuljahr niemand, ob Lühl nach den großen Ferien wiederkomme. Bislang könnten nur Jahresverträge geschlossen werden. Stadt und Kreis lehnen eine Dauereinstellung ab.

Dabei wachsen nicht nur die offen ausgetragenen Probleme, die manche Jugendliche mit Bauchgrimmen in die Penne gehen lassen. Die Konflikte würden subtiler, es werde zum Beispiel ausgegrenzt, sagt Erfan Enayati, Vorsitzender des Vereins People’s Theater.

Das People’s Theater tingelt nun durch die fünften Klassen der Kennedy-Schule. Mit dem Wechsel von der Grund- in eine weiterführende Schule müssten sich viele Kinder in einer neuen Gruppe zurechtfinden, was nicht einfach sei, Konflikte seien vorauszusehen, sagt der Schulleiter. Der Kurs wird von vier ehemaligen Abiturienten gehalten. Dem Rollenspielen folgt die gemeinsame Lösungsfindung.

Das auf fünfmal 45 Minuten begrenzte Projekt sei wegen seiner großen Bedeutung in die Unterrichtszeit gelegt worden, so Mayböhm. Dafür falle eine Stunde Mathe oder Deutsch aus.

Claudia Astemer-Ott, Klassenlehrerin der 5b, sieht das People’s Theater nicht nur als Prävention. Schüler-Konflikte aller Art seien Alltag. Die Auswirkungen seien geschlechtsspezifisch unterschiedlich. „Während Jungen sich schnell wieder zusammenraufen, gucken sich Mädchen oft zwei Wochen nicht an.“

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