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Wiebke Kassühlke bedient einen Kunden.
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Wiebke Kassühlke bedient einen Kunden.

Bad Vilbel

Handverlesene Stände

Der Bad Vilbeler Wochenmarkt bietet ausschließlich regionale Produkte an. Nach seinem Umzug vor einem Jahr wird er nun zwischen der Frankfurter Straße und der Nidda abgehalten. Der neue Standort lädt zum Sitzen und Flanieren ein.

Von Rebecca Röhrich

Ein paar Menschen sitzen mit ihren Einkaufstaschen am kleinen Brunnen neben dem Marktgeschehen. Sie essen Eis oder halten einfach nur ihre Gesichter in die Sonne. Es herrscht eine friedliche und entspannte Atmosphäre auf dem Wochenmarkt in Bad Vilbel. Die neue Örtlichkeit steht dem Bad Vilbeler Wochenmarkt gut. Seit einem Jahr ist er nun zwischen der Frankfurter Straße und der Nidda. Dass dort nicht mehr ein trister Parkplatz ist, sondern ein schöner heller Ort zum Sitzen und Flanieren einlädt, freut viele Marktbesucher.

„Es ist so schön hier, direkt an der Nidda und total zentral“, sagt Anke Bryson. Sie ist mit der erst einige Wochen alten Tochter auf dem Markt gekommen, schiebt den Kinderwagen langsam an dem großen und einladend aussehenden Gemüse- und Obststand vorbei, den Wiebke Kassühlka vom Gemüsebau Koch aus Gießen betreibt. Die frischen Bauernsträußchen, die Kassühlka zusätzlich anbietet, haben es der jungen Mutter aus Bad Vilbel angetan.

„Seit der Markt hierher umgezogen ist, komme ich viel öfters vorbei“, sagt sie. „Auch wenn ich nicht unbedingt etwas besorgen muss. Es ist ein richtig sozialer Platz geworden“, fügt Bryson hinzu und entscheidet sich für einen kleinen bunten Strauß mit einer Sonnenblume in der Mitte. Am Gemüsestand von Kassühlka ist bereits um die Mittagszeit viel los. Die freundliche Frau lacht und scherzt mit den Kunden. Manchmal steckt die Grünbergerin auch ein paar Kräuter oder einen Apfel zusätzlich als Geschenk in die Einkaufstüten.

Einen Wochenmarkt hat die Quellenstadt schon seit 25 Jahren. Aber erst seit einem Jahr befindet er sich auf dem Niddaplatz der mit dem Bau der Bibliothek über die Nidda und zwei Landenzeilen auf dem ehemaligen Zentralparkplatz entstanden ist. Dort werden die Stände von Geschäften und Cafés umsäumt.

Marktorganisator Norbert Schön, der auch Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Wetterauer Direktvermarkter ist, legt sehr viel Wert darauf, dass dort nur regionale Produkte verkauft werden. Entsprechend handverlesen ist die Auswahl der Beschicker auf dem Vilbeler Wochenmarkt. Die regionale Selbstvermarktung ist ihm wichtiger als der ökologische Anbau. „Alle reden immer vom Klimawandel und wie man ihn verhindert könnte. Es wäre gut, wenn die Leute erst mal damit anfingen, ihre Nahrung regional zu kaufen“, meint Schön.

Auf dem Wochenmarkt in Bad Vilbel kommen also keine Bio-Äpfel aus Neuseeland in den Einkaufskorb. Das macht diesen verhältnismäßig kleinen Markt vielleicht auch so besonders. Trotzdem setzen viele Beschicker auf biologische Landwirtschaft. So hat auch der überregional bekannte Dottenfelder Hof dort seinen Käse- und Wurststand.

„Aus organisatorischen Gründen kann der Dottenfelder Hof leider nicht mehr sein Gemüse auf dem Markt verkaufen“, erzählt Schön. Und ergänzt, dass aber mit dem Bio-Vertrieb „Ackerlei“ aus Bruchköbel eine würdige Nachfolge für das Angebot aus ökologischem Anbau gefunden sei.

Qualität der Produkte lockt Vilbeler

Zwischen den Ständen, mit einer Stofftasche ausgerüstet, steht Willi Seybold aus Bad Vilbel, blinzelt zufrieden in die Sonne und wartet auf seine Frau die gerade Käse einkauft. „Der neue Platz ist das Beste was passieren konnte“, sagt der 75-Jährige. „Wir kaufen hier alles: Wurst, Fleisch, Käse und Brot. Hier können wir auch noch gleich die Besorgungen in der Drogerie machen.“

Es sei vor allem die Qualität der Produkte, die das alteingesessene Vilbeler Paar immer wieder auf ihren Wochenmarkt zieht. „Das ist einfach etwas völlig anderes, ob man seine Wurst im Supermarkt oder hier direkt vom Erzeuger kauft“, meint Seybold. „Hier fahre ich mit dem Auto in die Tiefgarage und bin direkt auf dem Markt, das ist ideal“, erzählt der Rentner.

Wer genug Köstlichkeiten erworben hat, kann es sich anschließend auf einer der Bänke an der Nidda niederlassen oder am Fluss entlang spazieren.

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