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Grüne präsentieren sich siegesgewiss

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Von: Detlef Sundermann

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Rainer Kimling, Brigitta Nell-Düvel (Listenplatz 1), Gerrit Rippen, (v.l.)
Rainer Kimling, Brigitta Nell-Düvel (Listenplatz 1), Gerrit Rippen, (v.l.) © Michael Schick

Die Öko-Partei rechnet in der Wetterau mit einem zweistelligen Ergebnis bei der Kommunalwahl im März. Brigitta Nell-Düvell geht als Spitzenkandidatin ins Rennen.

Optimistisch, aber nicht übermütig gaben sich am Samstag in Karben die Grünen bei der Aufstellung der Kreisliste zur Kommunalwahl am 27. März. Optimistisch, weil man in der Wetterauer Öko-Partei mit zehn bis 15 Prozent der Stimmen am Wahltag rechnet. Nicht übermütig, weil die ersten Listenplätze mit bewährtem Stammpersonal aus der Kreistagsfraktion besetzt wurden. Als Spitzenkandidatin wurde Brigitta Nell-Düvell gewählt. Sie erhielt 33 von 39 Stimmen. Sechs Grüne votierten gegen die Bad Nauheimer Kreisfraktionsvorsitzende.

„Wichtig ist doch, junge Gesichter auf der Liste zu haben“, sagte Helmut Betschel-Pflügel vor dem ersten Wahlgang auf Anfrage der Frankfurter Rundschau nach einer Verjüngungskur. Das Wahlsystem mit den Optionen zum Kumulieren und Panaschieren biete auch den Neulingen auf den vielleicht weniger gesicherten Listenplätzen eine Chance, einen Sitz im Kreistag zu erlangen, sagte der Grüne. „Mit der Liste muss gewährt sein, dass eine gute Mischung aus jungen und alten erfahrenen Personen besteht“, betonte der ehrenamtliche Schul- und Gebäudedezernent.

Bei den Grünen muss jeder ungrade Listenplatz mit einer Frau besetzt werden – vorausgesetzt, es sind ausreichend weibliche Bewerber vorhanden. Laut Parteistatut wird den Mitgliedern zudem für die aussichtsreichen Listenplätze keine Vorstandsempfehlung vorgelegt, wie es in anderen Parteien üblich ist. Für die Ränge eins bis elf wurden geheime Einzelwahlen angesetzt. Zu Kampfabstimmungen um die Spitzenplätze kam es jedoch nicht, das geschah erst ab Platz sechs mit mehreren Wahlgängen.

In Anbetracht der lediglich 39 wahlberechtigten Anwesenden bei der Hauptversammlung nahm sich das Ziel gewaltig aus, eine Liste mit 35 Personen zusammenzustellen. „Die 7,5 Prozent und damit sechs Mandate im Kreistag bei der Kommunal 2006 werden im März deutlich überboten werden“, erläuterte Betschel-Pflügel den Personalbedarf.

Mit einem zweistelligen Ergebnis und neun Sitzen im Kreisparlament gab sich Betschel-Pflügel in seiner Vorhersage noch bescheiden im Vergleich zu anderen Grünen an diesem Nachmittag. Da wurde auch schon mal von 15 Prozent gesprochen. Betschel-Pflügel sieht den Wahloptimismus der Kreisgrünen nicht allein in den Umfragen der Meinungsforscher begründet, die der Öko-Partei einen beträchtlichen Wählerzuwachs vorhersagen. „Wir haben im Kreis sehr gute Arbeit geleistet“, sagt er. Hierzu zählt er etwa das Einbringen des Passivhaus-standards für kreiseigene Gebäude und die Aufstellung eines Schulentwicklungsplans, der zurzeit in Wiesbaden beim Kultusministerium zur Prüfung vorliegt.

Ein bisschen vom Wahlprogramm wurde bei der Listentagung auch verkündet, nicht zuletzt, weil einige Mitglieder bei der Kandidatenvorstellung danach fragten. Verbesserung der Bildungschancen für Migrantenkinder und behinderte Schüler sowie mehr Einflussnahme auf die Umwelt- und Energiepolitik waren die Eckpunkte. Michael Rückl, auf Listenplatz vier, hält es deshalb für konsequent, dass künftig auch grüne Kommunalpolitiker einen Sitz im Aufsichtsrat der OVAG erhalten.

Dass die Kreisgrünen nach der Wahl im März in Regierungsverantwortung stehen werden, daran zweifelte keiner der Anwesenden. Nur bei der Partnerfrage herrschte Unklarheit. Michael Rückl machte deutlich, welchen Parteien gegenüber Abneigung besteht: „Die SPD ist kein Wunschpartner“, sagte der Wölfersheimer und begründete die Antipathie mit dem Landrat Joachim Arnold (SPD).

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