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Unterricht in der Privatschule Sophie-Scholl-Schule.
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Unterricht in der Privatschule Sophie-Scholl-Schule.

Bad Nauheim

Große Nachfrage

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Gemeinsam lernen an der Sophie-Scholl-Schule in Bad Nauheim: Die Integrative Grundschule plant eventuell, eine Sekundarstufe II einzurichten.

Marion Deysenroth erhält jeden Morgen, noch vor Unterrichtsbeginn, ein positives Zeichen für die Qualitätskontrolle. „Alle Kinder kommen mit einem strahlenden Gesicht“, berichtet die Leiterin der Sophie-Scholl-Schule in Bad Nauheim. Die vor knapp zwei Jahren eröffnete Integrative Grundschule mit einer reformpädagogischem Ausrichtung ist nicht nur bei den Schülern beliebt.

„Bislang liegen knapp 70 Anmeldungen aus der Wetterau, dem Hochtaunuskreis und dem Raum Gießen für das Schuljahr 2011/12 vor“, sagt Deysenroth. Ein Drittel davon sind von Eltern mit einem behinderten Kind. Es sind jedoch nur 22 Plätze zu vergeben. Die Auswahl geschieht daher sorgfältig.

Weder das Los noch die Schnelligkeit der Anmeldung entscheidet über die Aufnahme an der ersten und einzigen Integrativen Grundschule in der Wetterau. Elterngespräche und ein Schnuppertag für die künftigen Sophie-Scholl-Kinder sollen Schulleitung und Kollegium bei der Auswahl helfen. Eine neue Klasse soll auch immer einen gute und große Vielfalt besitzen, so Deysenroth.

Gegenwärtig gibt es zwei Klassen in dem ehemaligen Gebäude der Waldorfschule mit insgesamt 43 Mädchen und Jungen, die jahrgangsübergreifend von sechs Pädagogen unterrichtet werden. Zehn Kinder benötigen sonderpädagogische Förderung. In Regelschulen mit integrativen Klassen gibt es höchsten zwei Schüler mit Behinderung, notiert Deysenroth.

Die überdurchschnittlich hohe Zahl an Kindern mit Einschränkungen körperlicher oder geistiger Art sowie im Lernverhalten setzt einen hohen Personalbedarf voraus. „Drei Fachkräfte sind in der Klasse.“ Es sind neben dem Lehrer ein Erzieher und ein Integrationshelfer. Nicht selten ist zusätzlich ein Praktikant zugegen.

Im barrierefreien Schulhaus gibt es noch Platz. „Wir sind im Aufbau“, sagt Deysenroth. Das Haus an der Frankfurter Straße kann bis zu acht Klassen aufnehmen. Ob die Grundschule alle Räume belegen wird, ist offen. Die Gießener Schwesterschule, die unter gleichen Namen ebenfalls in Trägerschaft der Lebenshilfe Wetterau betrieben wird, will eine Sekundarstufe II bis 10. Klasse einführen.

„Unser Unterricht erfüllt den hessischen Rahmenlehrplan. Dennoch ist es besonders für Schüler mit Handicap nicht einfach, eine weiterführende Schule zu besuchen“, sagt Deysenroth. Von der Umsetzung der Inklusion, wie sie die UN Menschenrechts-Charta fordert, sei man an den hessischen Schulen noch weit entfernt. Das hätten die Erfahrungen in Gießen gezeigt.

Keine Noten bis zur 4. Klasse

Die mit dem „individuellen Lernen“ überdurchschnittlich geförderte Eigenständigkeit zum Lernen und zur sozialen Kompetenz finde zudem nicht immer die entsprechende Gewichtung. Denn Noten gibt an der Sophie-Scholl-Schule in der Regel nur im vierten Schuljahr. Die Beurteilung des schulischen Fortschritts erfolgt ansonsten in Berichtsform. „Die Kinder werden individuell an Noten herangeführt“, sagt die Schulleiterin.

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