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Das 1972 eröffnete Hallenbad im Kurpark muss einer Stadthalle weichen.
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Das 1972 eröffnete Hallenbad im Kurpark muss einer Stadthalle weichen.

Bad Vilbel

Große Mehrheit will Stadthalle

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Nur die Grünen stimmen gegen den Bebauungsplan. Sie lehnen das geplante Hotel ab. Am Montag stehen weitere Vorbereitungen für das "Jahrhundertprojekt" an.

Wer in diesen Tagen die Umgebung des Kurhauses und des alten Hallenbades inspiziert, findet erste kleine Anzeichen, das es bald losgeht mit dem „Jahrhundertprojekt“, wie Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) die Sanierung und Erweiterung des Kurhauses um eine Stadthalle genannt hat. An der Eingangstür unter dem etwas verwitterten Schriftzug „Hallenbad – Heilbad“ klebt ein Zettel. Darauf ist zu lesen, dass das Bad nach der Freibadsaison 2018 nicht mehr öffnen wird. Es soll der neuen Stadthalle weichen.

Den Spielplatz am Hallenbad hat die Stadt schon vor einigen Wochen abgebaut. Auf dem Parkplatz stehen an diesem Mittwoch bereits Absperrungen. Sie sollen von nächstem Montag an eine angrenzende Straße zur Einbahnstraße machen, damit dort Leitungen für die Baumaßnahme verlegt werden können. Noch sind es bloß Vorbereitungen, die die Stadt hier trifft. Der Bauantrag liegt noch beim Kreisbauamt in Friedberg zur Genehmigung. Eine andere Hürde nahm das Vorhaben aber schon am Dienstagabend. Mit großer Mehrheit hat das Stadtparlament den Bebauungsplan „Kurpark West“ beschlossen. Abgesehen von den Grünen stimmten alle Fraktionen für ihn.

Die Öko-Partei blieb ihrer Linie treu. Zwar steht sie hinter der geplanten Stadthalle mit mehr als 1000 Sitzplätzen. Das Hotel mit ungefähr 200 Zimmern, das der Rüsselsheimer Projektentwickler E+P gemeinsam mit der Dorint-Gruppe bauen will, lehnen die Grünen aber ab. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass ein Hotel im Kurpark mit uns nicht zu machen ist“, sagte deren Fraktionsvorsitzender Jens Matthias am Dienstag. Eine Gemeinschaftsfläche zugunsten eines Hotels zu opfern, halte man für falsch.

Dabei geben die Grünen zu, dass der Westteil des Kurparks „nicht das schönste Fleckchen im Kurpark“ (Matthias) ist.

Vor Ort hört und sieht man, was gemeint ist. Die Vögel in den Bäumen kämpfen mit ihrem Gezwitscher gegen den Autolärm an, der von der vielbefahrenen Kasseler Straße herüberdringt. Jenseits der Straße sieht man die S-Bahn vorbeirauschen. Von der Nidda, die gemächlich am Kurpark vorbeifließt, ist hier nicht viel zu sehen. Das kleine Kneipp-Becken, das dem Hotel weichen muss, macht den Kurpark hier auch nicht wirklich zu einer Attraktion. Im Sommer gibt es bessere Orte, um ein Picknick zu machen. Die Zahl der Vilbeler, die diesem Fleckchen nachtrauern werden, dürfte überschaubar sein. Die Grünen wollten es dennoch behalten. „Mit einer Lärmschutzwand an der Kasseler Straße hätte man den Kurpark rund um die Stadthalle aufwerten können“, argumentierte Fraktionschef Matthias noch am Dienstag.

Die Befürworter des Hotels folgen einer anderen Logik. Sie glauben, dass es diesen Abschnitt des Parks beleben wird. Zehn Bäume, die gefällt werden müssten, könne man dafür in Kauf nehmen, zumal es für sie einen Ausgleich geben werde, sagt der CDU-Stadtverordnete Andreas Cleve. Das Hotel wolle auch den Außenbereich bewirtschaften. So werde es dort auch in den späten Abendstunden lebendig zugehen und „das Sicherheitsgefühl der Bürger erheblich gesteigert“, meint Cleve. Erst einmal wird der Kurpark West aber in den nächsten Monaten eine Riesenbaustelle.

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