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Von glücklichen Hühnern

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Eine Klasse der Bad Vilbeler Brunnenschule erhält hessischen Tierschutzpreis

Von Mirja Hirvonen

In einem Wartehäuschen laufen Hühner über eine grüne Wiese unter blauem Himmel. In einem anderen sitzen Legehennen eingesperrt in engen Käfigen. Schüler der Bad Vilbeler Brunnenschule haben die beiden Wartehäuschen am Bad Vilbeler Nordbahnhof bemalt. Unter anderem dafür werden die Förderschüler heute mit den hessischen Schulpreis für Tierschutz 2011 ausgezeichnet.

„Schüler sollen sich mit der artgerechten Haltung sowie mit dem richtigen Umgang mit Tieren auseinandersetzen und das Thema künstlerisch und kreativ umsetzten“, sagte Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich.

Sabine von Trotha, Klassenlehrerin der Praxisklasse der Jahrgangsstufen 10 und 11, ist stolz auf das gemeinsam erlebte Projekt. Von Februar bis Juli dieses Jahres hat sie mit der Klasse Aktionen zum Thema „Hühner und Hühnerhaltung“ auf die Beine gestellt.

Dabei ging es vor allem darum, sich selbst und dann die anderen über die Tiere zu informieren. „Man ist da als Lehrer auch der Lernende“, beschreibt Sabine von Trotha das Miteinander während des Projekts.

Der Wettbewerb war ausgeschrieben für Klassen aller allgemeinbildenden Schulen in Hessen. Das konkrete Thema war frei wählbar. Das übergeordnete Thema lautete „das Verhältnis von Mensch und Tier“.

Ein Schüler hatte dafür gesorgt, dass sich die Klasse der Brunnenschule den Hühnern zuwandte. Der junge Mann begeisterte sich für das Federvieh, erstellte eine Präsentation über das Thema und erweckte mit seinem Enthusiasmus das Interesse seiner Mitschüler. Das Thema für das Tierschutzprojekt war gefunden.

Es folgten Präsentationen innerhalb der Klasse und später auch Vorträge vor den anderen Klassen der Brunnenschule. So ist das Projekt zum Thema der ganzen Schule geworden. „Die Schüler sind daran ohne Ende gewachsen“, sagt von Trotha.

Die Klasse unternahm einen Ausflug zum Magaretenhof in Karben-Kloppenheim, der konventionelle Hühnerhaltung betreibt. Sie besuchten auch den Dottenfelderhof und informierten sich über dessen Bio-Haltung. Bei der Klassenfahrt auf einen weiteren Bio-Bauernhof konnten praktische Erfahrungen im Umgang mit Tieren gesammelt werden.

Den Schülern habe das Projekt gefallen, alle seien total motiviert gewesen, berichtet von Trotha. „Die Gruppe hatte einen Sinn und ein Ziel, die Schüler haben Verantwortung gezeigt.“ Außerdem habe das Projekt und die Arbeit in der Öffentlichkeit das Selbstbewusstsein der Schüler gestärkt und die Gemeinschaft gefördert.

Alle Aktionen haben sich am Ende zu einem „Gesamtwerk“ zusammengefügt, das sowohl schriftlich als auch mit einer Kamera festgehalten wurde. Die Dokumentation des Tierschutzprojekts wurde dem hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zugeschickt.

Es gab insgesamt 23 Einsendungen; die Brunnenschule ist unter den vier Preisträgern, die heute im kleinen Saal des hessischen Landtags ausgezeichnet werden. Sie erhält ein Preisgeld von 5000 Euro. Mit einem Teil des Geldes will von Trotha die Schule beim Bau eines neuen Brunnens unterstützen, der andere Teil soll in die Finanzierung des nächsten Tierprojekts – die Haltung von Bienen – fließen.

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