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Bad Vilbel Eigenbetrieb

Gewinn bricht stark ein

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Der Gewinn des Immobilien-Eigenbetriebes der Stadt ist 2013 um mehr als die Hälfte eingebrochen. Grund dafür sind vor allem hohe Zinsen. Probleme machen dem Werksleiter aber auch die Kosten für eine Bauverzögerung. Der Schuldenstand ist auf 57,3 Millionen Euro gestiegen.

Der Gewinn des Eigenbetriebs der Stadt Bad Vilbel ist 2013 um mehr als die Hälfte eingebrochen. Wie der Eigenbetriebsleiter und Stadtrat mit Verantwortung für den Eigenbetrieb, Klaus Minkel (CDU) mitteilt, machte der Eigenbetrieb im vergangenen Jahr 198 000 Euro Gewinn vor Steuern. 2012 waren das noch 460 000 Euro gewesen. Der Umsatz des Eigenbetriebs stieg unterdessen von 3,6 Millionen Euro 2012 auf 4,7 Millionen Euro im Jahr 2013.

Ins Gewicht fallen bei dem schlechten Ergebnis laut Minkel vor allem Zinsen für die Kredite, die der Eigenbetrieb für den Bau von Immobilien aufgenommen hat. Dabei gehe es vor allem um die Europäische Schule in Dortelweil und ein Gebäude im Zeppelinpark.

Belastet wird das Ergebnis laut der Bilanz, die der Frankfurter Rundschau vorliegt, zudem durch Probleme, die es bei dem Bau von Lager- und Büroräumen in der Zeppelinstraße gab. Dort hatte der Eigenbetrieb einen maßgeschneiderten Bau für die Firma errichtet, die dafür von Maintal nach Bad Vilbel gezogen war. Allerdings hatte sich die Fertigstellung des Gebäudes verzögert, wodurch die Firma erst später einziehen konnte. Kosten für den verzögerten Einzug hat sie beim Eigenbetrieb als Vermieter geltend gemacht.

Dadurch ist dem Eigenbetrieb ein Schaden von insgesamt 330 000 Euro entstanden. Die erste Hälfte davon schreibt Minkel nun mit der Bilanz von 2013 ab. Das ist notwendig, wenn es ein hohes Ausfallrisiko gibt.

Hintergrund für die Bauverzögerung ist laut Minkel ein Glasfaserkabel gewesen, dass quer durch das Grundstück laufe. Es sei Aufgabe des Bauunternehmers gewesen, das abzufragen. Dann „wäre dies frühzeitig entdeckt worden und ein Verzug nicht entstanden“, so Minkel. Weil das Bauunternehmen für den Schaden aber nicht aufkommen will, bereitet der Eigenbetrieb derzeit eine Klage vor.

Das schlechte Jahresergebnis drücke aber nicht „die wahre Qualität des Ergebnisses aus“, schreibt Minkel in der Mitteilung. Gerade die Belastung durch die Zinsen sorge für eine Entlastung in der Zukunft. Zudem überdeckten die Vermögenswerte die Schulden „erheblich“ und es bestünden stille Reserven, zu denen er die fast abbezahlten Bürogebäude zählt. „Der Eigenbetrieb ist jedenfalls wirtschaftlich kerngesund“, schreibt Minkel.

Schulden stiegen 2013 um 20 Millionen Euro auf 57,3 Millionen Euro

Die Vilbeler SPD sieht das anders. Das Geschäft des Eigenbetriebs berge finanzielle Risiken, moniert sie in einer Pressemitteilung. Sie sieht vor allem die hohen Investitionssummen des Eigenbetriebs. So seien rund 50 Millionen Euro in Europäische Schule und den Bau für WT Systems geflossen. Mit dem geplanten Wellness-Bad-Komplex kämen schon bald neue Verpflichtungen hinzu. Diese werden bei mehr als 30 Millionen Euro zusätzlich liegen.

In einem der städtischen Bürohäuser trete die Stadt zudem derzeit selbst als Mieter auf, moniert SPD-Parteichef Udo Landgrebe, weil eine Neuvermietung „anscheinend nicht einfach“ sei.

„Läuft das Kombibad nicht wie geplant, können Liquiditätsprobleme auftreten“, mahnt SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Lochmann. Komme der Eigenbetrieb dadurch in eine Schieflage, könne das auch den städtischen Haushalt belasten. Die Schulden des Eigenbetriebs sind von 37,2 Millionen Euro auf 57,3 Millionen Euro im Jahr 2013 gestiegen.

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