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Gesundheit in Gefahr

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Ronald Kasten  von „Bad Vilbel minus Fluglärm“ hat  Bürgermeister  Stöhr einen Brief geschrieben.
Ronald Kasten von „Bad Vilbel minus Fluglärm“ hat Bürgermeister Stöhr einen Brief geschrieben. © Hartung

Fluglärmgegner Ronald Kasten kritisiert Stadt

Die Bürgerinitiative „Bad Vilbel minus Fluglärm“ setzt sich für ein anwohnerschonenderes An- und Abflugverfahren ein. Sie hat einen offenen Brief an Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) geschrieben. Ronald Kasten von der Initiative erklärt sein Anliegen im Gespräch mit der FR. Wie kam es zu dem offenen Brief? Der Brief ist die Folge eines Gesprächs, das wir in der vergangenen Woche mit Bürgermeister Thomas Stöhr und Erstem Stadtrat Jörg Frank hatten. Ich hatte um das Gespräch gebeten und er hat uns auch eingeladen, weil er gemerkt hat, dass das ein Thema ist, das viele Bürger betrifft. Er bekommt auch viele Beschwerden von allen Seiten. Das Gespräch war nicht übermäßig ergiebig, weil der Bürgermeister selbst alles auf den ersten Stadtrat Jörg Frank schiebt. Der jedoch wimmelt das ab. Frank behauptet, der Lärm gehe im Stadtgebiet unter. Er sagt, dass die Stadt Bad Vilbel dem Ausbau und all seinen Auswirkungen positiv gegenüberstehe. Wie ist die Stimmung unter den Bürgern? Die Bürger fühlen sich gestört. Ich bekomme viele E-Mails und Anrufe von Bürgern, die in unseren Verteiler aufgenommen werden. Man hat den Eindruck, das ist hier in Bad Vilbel ein ganz heißes Thema. Es gibt, glaube ich, niemanden – außer dem Stadtrat Frank vielleicht – der aus politischen Gründen sagt, dass es ihn nicht stört. Mit Mühe und Not konnten wir erreichen, dass eine Lärmkommission eingerichtet wird. Es sollen dann Vertreter von der Deutschen Flugsicherung dazugeholt werden. Wir als Vertreter der Bürgerinitiative werden auch eingeladen, um unsere Vorschläge zur Verbesserung zu diskutieren. Es dauert aber noch sehr lange, bis es dazu kommen wird. Wir haben das Gefühl, dass die Stadt versucht, das abzubügeln.

Was fordern Sie?

Rings um den Flughafen haben sich mittlerweile fast 100 Gemeinden, Städte und Landräte durch alle politischen Parteien zusammengeschlossen, um gegen die neuen Flugrouten zu protestieren. Sie fordern die Flugsicherung dazu auf, die jetzige Konfiguration dieser An- und Abflugverfahren zu überdenken und auch zu verändern. Bad Vilbel hat den Ruf, rings um den Flughafen als Musterknabe aufzutreten und sich nicht zu wehren. Wir wollen, dass die Rodenbacher Erklärung unterzeichnet wird. Wenn nicht alle Gemeinden an einem Strang ziehen, passiert gar nichts.

Wie wollen sie das erreichen? Wir wollen mit dem Brief den Druck erhöhen und hoffen, dass die Stadt öffentlich für eine Verbesserung der Situation eintritt. Die jetzige Konfiguration der derzeitigen An- und Abflugverfahren ist nicht optimal in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Anwohnerschutz. Zugunsten des Anwohnerschutzes kann man die Balance verbessern. Der Brief stellt die Forderung an die Stadt dar, sich an dem Widerstand gegen die unbewegliche Haltung der Flugsicherung zu beteiligen, damit sich was für die Bürger ändert. Man erzeugt sonst langfristig Schäden an der Gesundheit der Bevölkerung und an dem Image der Region, deren Beseitigung nachher viel mehr Geld kostet.

Das Interview führte: Jana Tempelmeyer

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