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Nicht verstaubt: Gerd Klein vom Geschichtsverein Karben sorgt für ein interessantes Programm.
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Nicht verstaubt: Gerd Klein vom Geschichtsverein Karben sorgt für ein interessantes Programm.

Karben

Geschichte interessant gemacht

Von Mitgliederschwund ist beim Karbener Geschichtsverein keine Rede. Der Vorsitzende Gerd Klein sieht die Ursache im interessanten Programm mit vielen Exkursionen. Von Bruno Rieb

Von Bruno Rieb

Von Mitgliederschwund ist beim Karbener Geschichtsverein keine Rede. "Wir wachsen sogar", sagt der Vorsitzende Gerd Klein, und Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Knapp 200 Mitglieder sind es inzwischen.

"Schauen sie sich unser Programm an", antwortet Klein auf die Frage nach dem Grund des Mitgliederzuwachses. Das Angebot des Vereins ist in der Tat recht ansehnlich. Eine zweitägige Fahrt zur Baseler Fastnacht steht neben Exkursionen zum Schloss Kronberg, in den Vogelsberg oder einer mehrtägigen Reise unter dem Motto "Pfaffenwinkel - alle Herrlichkeit auf Erden". Vorträge befassen sich mit Themen wie "Die Evolution des Kosmos - Vom Urknall bis zur Entstehung der Erde", dem "Tagebuch als literarische Form" oder dem "Frankfurter Passionsspiel".

Die erste Aktion in diesem Jahr war der Besuch der Ausstellung des italienischen Malers Botticelli im Städel in Frankfurt. Der Andrang sei enorm gewesen, sagt Klein. Sein Telefon habe nicht mehr still gestanden. "Ich habe eine Ehekrise durchlebt", stöhnt der 75-Jährige ironisch. Rund 80 Teilnehmer waren es schließlich. Ein Ehepaar war so begeistert vom Besuch der Ausstellung, dass es sogleich dem Geschichtsverein beitrat und einen deutlich höheren als den Standardbeitrag von 15,50 Euro pro Person vereinbarte, berichtet der Vorsitzende.

Das Programm ist nicht immer streng an historischen Themen ausgerichtet. Da kann es in einem Vortrag auch mal um Kompositionstechnik gehen. Das sei ein Höhepunkt im vergangenen Jahr gewesen, schwärmt Klein. "Sie müssen den Leuten auch etwas rechts und links bieten", erklärt er das Erfolgsrezept.

Der Geschichtsverein ist älter als die Stadt Karben in ihrer heutigen Form. Der Verein entstand 1967, die Stadt mit ihren sieben Ortsteilen erst durch die Gebietsreform Anfang der 70er Jahre. Und Klein ist selbst ein Teil der Stadtgeschichte: Der studierte Jurist war der erste Bürgermeister der neuen Großgemeinde. Die Amtszeit des Sozialdemokraten endete aber schon 1972 nach knapp zwei Jahren. Um als letzte der sieben einst selbstständigen Gemeinden Petterweil in den Gemeindezusammenschluss aufzunehmen, löste sich die Kommune juristisch für kurze Zeit auf. Klein verlor seinen Arbeitgeber. Für die Übergangszeit wurden er und Petterweils Bürgermeister Albert Schäfer zu Staatsbeauftragten ernannt. Klein wurde nicht wieder gewählt; Schäfer wurde sein Nachfolger. Klein und mehrere Genossen traten deshalb aus der SPD aus und bildeten eine Freie Wählergemeinschaft. Der Ex-Bürgermeister zog sich wenige Jahre später ganz aus der Politik zurück und konzentrierte sich auf seine Rechtsanwaltskanzlei.

Nachtragend ist Klein nicht. Der Geschichtsverein feiert den 40. Jahrestag der Gründung der Stadt Karben am 16. Oktober diesen Jahres mit einem großen Benefizkonzert. Der Erlös fliest in karitative und soziale Projekte.

Der Geschichtsverein erforscht freilich auch die Vergangenheit der Stadt. Jeden Mittwoch ist Archivtag. Vereinsmitglieder werten dann Dokumente aus der Karbener Geschichte aus. Die Zeugnisse der Vergangenheit erhält der Verein auch durch privaten Spenden. So habe der frühere Bürgermeister von Kloppenheim, Edmund Felber, dem Verein sein privates Archiv vermacht, sagt Klein. Über 200 Titel seien es.

In seiner Schriftenreihe "Streiflichter" veröffentlicht der Verein Beiträge zur Geschichte Karbens und der Region. Diese redaktionelle Arbeit liege etwas im Argen, sagt Klein. Sie koste eben viel Zeit. Der letzte Band ist vor vier Jahren erschienen.

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