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Akzente-Vorsitzender Ernst Busemann
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Akzente-Vorsitzender Ernst Busemann

Verein "Akzente"

Geschäft für einen guten Zweck

  • Tina Full-Euler
    VonTina Full-Euler
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Der Verein "Akzente" ist seit zehn Jahren mit Buchladen und Sprachkursen in Bad Vilbel aktiv. Derzeit entsteht ein Neubau in der Frankfurter Straße.

Ernst Busemann aus Massenheim wollte „Akzente setzen“. Vor zehn Jahren gründete er gemeinsam mit sechs anderen Vilbeler Bürgern den Akzente-Verein für Bildung und Soziales. Der Verein führt einen Buchladen in der Frankfurter Straße 56. Akzente setzt der Verein derzeit auch mit einem dreigeschossigen, nicht unumstrittenen Neubau in der Frankfurter Straße 75.

Busemann leitet den Verein von Beginn an. Dort habe er weitergeführt, was er bei der AWO angefangen habe, erzählt der 73-Jährige. Busemann war 30 Jahre lang Vorsitzender der AWO Massenheim, eine Zeit lang auch in der Kernstadt.

Von Anfang an betrieb der als gemeinnützig anerkannte Verein einen Buchladen mit modernem Antiquariat und organisierte Sprachkurse. Die PC-Kurse und der Reisedienst für Senioren sind heute nicht mehr im Angebot. Vor acht Jahren dann rief Akzente die „Aktion Augenlicht“ ins Leben. „30 Euro kostet Menschen in Afrika die Operation, wenn sie am Grauen Star erblindet sind“, erklärt Busemann seine Motivation. Mittlerweile habe der Verein mehr als 120000 Euro an die Christoffel-Blindenmission (CBM) überwiesen. Dies bleibt die einzige Summe, die Busemann im Gespräch preisgibt.

An der Aktion Augenlicht beteiligten sich auch Schüler und Lehrer des Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasiums und der Kurt-Schumacher-Schule in Karben. „Wir arbeiten fast nur CBM zu“, sagt Busemann. Erlöse des Buchladens gingen jedoch auch an ein Altersheim und ein Hospiz in Rumänien. Ob die Spenden tatsächlich ankommen, wo sie ankommen sollen? „Dafür stehe ich“, antwortet Busemann. Der Verein müsse alle drei Jahre seine Gemeinnützigkeit nachweisen und sei berechtigt, Spenden zu sammeln und Bescheinigungen auszustellen, so der Vorsitzende. Von der Stadt habe der Verein allerdings „noch nie Zuschüsse beantragt, und das werde ich auch nie tun“. Für den Bau der Neuen Mitte soll die Frankfurter Straße 56 abgerissen werden. Das Gebäude gehört der Stadt und Akzente ist dort Mieter. „Bitte, bieten Sie mir etwas an“, habe Busemann bei der Stadt vorgesprochen. Die Stadt bot das 270 Quadratmeter große Grundstück Frankfurter Straße 75. Der Rohbau steht, einige Fenster sind eingebaut, doch der Wintereinbruch ließ die Arbeiten stocken.

Busemann hofft nun, dass das Haus bis Juli fertig wird. Das „Grundkapital“ für das Bauprojekt stammt laut Busemann zum einen aus dem „gewinnbringenden Verkauf“ einer Vereinsimmobilie in Karben, zum anderen aus Zustiftungen der vor acht Jahren gegründeten Akzente-Stiftung. „Die Stiftung ist ein Ableger des Vereins mit eigener Satzung“, sagt ihr ehrenamtlicher Geschäftsführer Busemann. Ins Erdgeschoss des Neubaus wird der Buchladen einziehen, darüber entstehen Wohnungen, die der Verein vermieten will. Auf Kritik bei den Vilbelern war der Arkaden-Vorbau gestoßen, der nahe an die Frankfurter Straße heranreicht. Dies sei „nur ein optischer Eindruck“, weil das Nachbarhaus abgebrochen worden sei, sagt der Vilbeler Bauamtsleiter Erik Schächer. Akzente hätte mit der Arkade sogar noch 30 Zentimeter weiter nach vorn gehen können, so Schächer. Außerdem biete die Arkade plus Gehsteig künftig „doppelt so viel Platz“ für Passanten.

Auch die Frankfurter Straße 58 wird wegen der Neuen Mitte abgerissen, deswegen ist das dort ansässige Schmuckgeschäft umgezogen. Busemann hat sich kurzfristig „mit der Stadt geeinigt“, dass Akzente dort, „bevor der Laden leer steht“, als Zwischenmieter Bücher verkaufen darf. Auch die Sprachkurse finden derzeit in der Nummer 58 statt, „bis wir etwas anderes finden“, so Busemann.

Mittlerweile ist der Buchladen Mitglied des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, verkauft also neben Mängelexemplaren und antiquarischen auch aktuelle preisgebundene Bücher. Das freut Busemann, nicht aber die örtlichen Buchhändler: „Wir müssen davon leben“, so deren Tenor. Im Laufe der Zeit sei es immer wieder zu Konflikten gekommen. Erst vor Kurzem wurde Busemann vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels dazu angehalten, „wettbewerbswidrige Werbung“ am Neubau zu entfernen. „Die Konkurrenz ist mir bewusst“, sagt Busemann. „Dazu stehe ich voll. Die Kunden beweisen uns, dass wir richtig liegen.“

Einen Nachfolger als Vereinschef hat Busemann noch nicht im Blick. „Ich hatte immer Glück durch Begegnungen. Das fügt sich“, meint er.

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