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Veronika Brendel will Fuß fassen im Alten Hallenbad.
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Veronika Brendel will Fuß fassen im Alten Hallenbad.

Friedberg Theater

Die Geologin führt Regie

Im Theater Altes Hallenbad inszeniert Regisseurin Veronika Brendel „Der Gott des Gemetzels“.

Ich habe selten ein Stück gesehen, bei dem man kein Wort wegnehmen kann“, sagt Veronika Brendel. Am 22. und 23. Mai will die Regisseurin den Besuchern des Theaters Altes Hallenbad ein solches zeigen. Dann inszeniert sie „Der Gott des Gemetzels“. Brendel brachte das Erfolgswerk der französischen Dramatikerin Yasmina Reza, welches von Roman Polanski auch verfilmt wurde, erstmals im Oktober 2009 auf die Bühne – im Frankfurter Gallustheater.

„Ich habe gezögert, so einen Kassenschlager zu bearbeiten“, sagt die 58-Jährige. 1984 kam sie nach Frankfurt. Gemeinsam mit dem Schauspieler Claus Rüttinger dreht sie den Film „Ich will“, die Geschichte eines homosexuellen Jungen, der seine Mutter ermordet. Der Film sollte eine Episode bleiben. Zwei Jahre später verschreibt sie sich ganz dem Theater, ist in einer freien Gruppe aktiv. Seit 1988 nennt die Gruppe sich in Anlehnung an eine Liebesgeschichte „theatercompagnie Tagträumer“. Das Gallustheater wird zu ihrer Heimbühne.

„Wir beschäftigen uns viel mit Frauenthemen“, sagt die studierte Geologin und Pädagogin. Das Stück „Vagina-Monologe“, „ein Kaleidoskop weiblicher Erfahrungen und erotischer Fantasien, aber auch Enttäuschungen, Unterdrückung und Missbrauch“, habe man bestimmt 150 Mal gespielt. Im Dezember 2011 führten die Tagträumer erstmals „Die Stumme“ nach einem Roman von Chahdortt Djavann auf. Dieser beruht auf einem Tagebuch, das ein unbekanntes 15 Jahre altes Mädchen in einem Gefängnis in Iran verfasst hat. Häufig stammten die Vorlagen für die Stücke aus der Gegenwartsliteratur.

Die in einem kleinen Dorf in der Fränkischen Schweiz aufgewachsene Brendel sagt, ihre Werke hätten eine „ästhetische Handschrift“. Sie sei eine Minimalistin, und am Anfang stehe stets der leere Raum. Besonders wichtig ist für sie die Beleuchtung. Auch im Alten Hallenbad werde es darum gehen, den Charakter der Stimmung so hinzubekommen, wie er im Gallustheater sei. Die Regisseurin mit den orangefarbenen Haaren und markanten Augen würde gerne auch im „Alten Hallenbad“ Fuß fassen, zumal sie ja in Friedberg wohne. Im Verein „Theaterfreunde Altes Hallenbad“ arbeitet sie schon mit. „Der Ort soll zu einer Begegnungsstätte werden zwischen Zuschauern und Künstlern“, sagt Brendel.

Mit „Der Gott des Gemetzels“ bekommt das Friedberger Publikum eine erste Kostprobe ihres Könnens zu sehen. Es gehe um „die innere Stimme, die eine Fassade aufbrechen lässt“. Jede Figur habe ihre eigene Dramaturgie. Die Geologin ist überzeugt: „Die Leute lassen sich fesseln von dem Stück und in den Bann ziehen.“ Die Tagträumer seien die Einzigen, die zwei Aufführungen in dem einstigen Schwimmbad hätten.

Die Vorstellungen beginnen am 22. und 23. Mai, jeweils um 19.30 Uhr, im Theater Altes Hallenbad, Haagstraße 29. Tickets gibt es unter: 06031 / 15 22 2. Weitere Informationen: www.aha-friedberg.de

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