Wohnen in Bad Vilbel

Genossenschaft kann erst in zwei Jahren bauen

  • Andreas Groth
    vonAndreas Groth
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Nancy Kabisch, Geschäftsführerin der Genossenschaft für Bauen und Wohnen (GBW), legt den Jahresbericht für 2017 vor. Der GBW-Wohnungsbestand wird nach ihren Angaben wohl erst in zwei Jahren wieder anwachsen.

Die Genossenschaft für Bauen und Wohnen (GBW) hat vergangenes Jahr abermals einige ihrer Wohnhäuser saniert. Am teuersten kamen die GBW dabei die Arbeiten an einem Gebäude in der Straße „Am Hainwinkel“ zu stehen. Für rund 241 000 Euro erhielt es neue Fenster, das Flachdach wurde saniert und die Fassade renoviert. Dies geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den die GBW-Vorstandsvorsitzende Nancy Kabisch kürzlich in einer Mitgliederversammlung vorstellte. Neue Wohnungen errichtete die 1908 gegründete Genossenschaft wie schon 2016 nicht. 

„Wir hatten ein Grundstücksangebot von der Stadt Bad Vilbel“, sagt Kabisch auf FR-Anfrage. Dieses Grundstück zu bebauen wäre aber wegen der Hanglage so teuer geworden, dass es sich nicht für sozialen Wohnungsbau geeignet hätte. „Die GBW hat das Angebot abgelehnt.“ Man stehe im ständigen Kontakt mit der Stadt. „Allerdings kommen für uns nur Grundstücke in Frage, welche wir mit Mietwohnungen bebauen können“, erklärt Kabisch. Bei den aktuellen Grundstückspreisen sei dies nicht möglich. Man wolle keine Eigentumswohnungen bauen. An den Bieterverfahren für die Grundstücke der Stadt beteilige sich die GBW nicht. 

Wachsen wird der Wohnungsbestand der Genossenschaft womöglich erst in zwei Jahren wieder. „Die GBW hat von der Stadt ein Grundstück angeboten bekommen“, berichtet Geschäftsführerin Kabisch. Etwa 20 Wohnungen könne man dort bauen, einen Teil als Sozialwohnungen. „Es müssen aber noch Preis- und Umsetzungsgespräche geführt werden.“ Baubeginn könnte Kabisch zufolge 2020 sein. 

Wie in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten bekannt wurde, handelt es sich dabei um ein rund 1400 Quadratmeter großes Baugrundstück am Lehnfur-ther Weg in Dortelweil. Die Fläche befindet sich am östlichen Ortsrand des rund 7300 Einwohner zählenden Stadtteils. Kritik an den Planungen wurde bislang nicht laut. Das Parlament billigte den entsprechenden Entwurf des Bebauungsplans einstimmig. Derzeit sind die Behörden, Verbände und Vereine aufgerufen, Stellung zu dem Bauvorhaben zu nehmen. 

Zurzeit nennt die Genossenschaft laut Geschäftsführerin Kabisch 669 Wohnungen in 63 Häusern ihr Eigen. Die Mieter blieben jahrelang, teilweise jahrzehntelang in ihren Wohnungen. Würden diese frei, könne die GBW sie aufgrund der Nachfrage und der Wartelisten „sehr schnell“ wieder vermieten, so Kabisch. „Es gibt bei der GBW keinen Leerstand beziehungsweise nur kurzzeitig Leerstand aufgrund von Instandsetzungsmaßnahmen.“ Die Mieten lägen, auch bei den Wohnungen ohne Sozialbindung, teilweise „weit unter dem Durchschnitt“. 

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