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Gemeinschaft heißt hier Junity

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Ende gut, alles gut: Von Samstag an haben Friedberger Kids wieder einen Treffpunkt.
Ende gut, alles gut: Von Samstag an haben Friedberger Kids wieder einen Treffpunkt. © Rolf Oeser

Das lang umkämpfte Juz am Friedberger Burgfeld wird für Jugendliche geöffnet. Die erste Party ist am kommenden Samstag.

Von Jana Tempelmeyer

Junity – das J steht für Jugend, das englische Wort unity bedeutet Gemeinschaft. Junity, das ist der neue Name des Jugendzentrums (Juz) am Burgfeld und soll Leitgedanke des Miteinanders sein. Trotz verschiedener Nationalitäten und Interessen will man eine Gemeinschaft bilden. Das ist das Ziel der Namensgeberin, Helen Tesfalen. Die 20-Jährige ist Gewinnerin des Namensgebungswettbewerbs, bei dem es 80 Einsendungen gab.

Seit 1985 das alte Juz abgerissen wurde, hatte die Kreisstadt keinen zentralen Jugendtreff mehr. Seither wurde um ein neues Jugendhaus gerungen. Die Pläne wechselten wie die Mehrheiten im Stadtparlament. Bis dann im Frühsommer vergangenen Jahres endlich geschah, woran niemand mehr so recht geglaubt hatte: Mit dem Bau des neuen Juz wurde begonnen.

Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit öffnet das Jugendhaus seine Pforten. Am kommenden Samstag, 6. November, ist die Eröffnungsparty mit Livemusik von Ska bis Kuschelpunk. Die Bands spielen im hauseigenen Veranstaltungsraum, der mit Bühne, Scheinwerfern und modernster Technik ausgestatten ist. Hier sollen immer wieder Konzerte, aber auch Theaterstücke aufgeführt werden. Außerdem gibt es noch ein Café und zahlreiche kleinere Räume, zum Beispiel einen schallisolierten Proberaum, aber auch einen Ort für Entspannung und Tanz, in dem Yogakurse angeboten werden. Insgesamt ist das Gebäude rund 870 Quadratmeter groß und hat die Stadt circa 2,3 Millionen Euro gekostet.

Bürgermeister Michael Keller (SPD) sieht Jugendarbeit als „einen wichtigen und unverzichtbaren Teil städtischer Politik“ an. Dennoch gibt er sich skeptisch und sagt, dass er lieber in mehrere Häuser investiert hätte als in ein Großes: „Lieber mehrere schnelle Boote als ein lahmer Tanker.“ Aber die Stadtverordnetenversammlung hatte anders entschieden und den Bau einer Einrichtung forciert. Im Haus gebe es keine Bücher, aber eine Menge Flachbildschirme. Er hofft, dass gesellschaftliche und politische Bildung und Themen in den neuen Räumen ihren Platz finden.

Im Junity wird es keine alkoholischen Getränke geben. Keller glaubt, dass ein Verbot alleine nichts bringt. Vielmehr müsse man dafür sorgen, dass spannendere Angebote die Jugendlichen vom Trinken abhalten. Sven Weiberg von den Linken lehnt diese Entscheidung ab, da die Jugendlichen so eher einen großen Bogen um die Einrichtung machen würden. Die Jugendlichen sollten selbst entscheiden, ob sie leichtalkoholische Getränke verkaufen wollen oder nicht. Eine Entscheidung von oben ermögliche den jungen Leuten keine aktive Mitbestimmung. „Jugendfeindlich“ sei diese Politik nach Ansicht der Linken.

Die 15-jährige Pia Wagner scheint sich im neuen Haus wohlzufühlen und hofft, dass es ein Ort wird, an dem es vielen jungen Leuten ähnlich gehen wird. Sie hat bereits an der Vorbereitungs-AG teilgenommen – hier konnte sie selbst mitbestimmen, welche Angebote und Räume es in der Einrichtung geben soll. „Es ist spannend zu sehen, wie so ein Haus wächst“, sagt sie.

Abzuwarten bleibt, wie das Haus von den Jugendlichen in der Region angenommen wird. „Wir werden in den nächsten Jahren sehen, welchen Weg das Zentrum geht“, sagt Michael Keller. Diese Zeit will er „kritisch-solidarisch begleiten“.

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