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Gemalte Genusswelten

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Bad Vilbel Ute Ringwald stellt ihre Bilder im Haus der Begegnung aus

Von Mirja Hirvonen

Wohlgeformte, volle Frauenkörper zieren die Wände im Haus der Begegnung. Die einen erklimmen Berge aus Pudding, die anderen sitzen an einer Tafel wie beim letzten Abendmahl. Ute Ringwald hat sie gemalt. 20 Werke der Grafikdesignerin sind derzeit am Marktplatz 2 zu bestaunen. Und sie hat das Kochbuch illustriert, das die Nachbarschaftshilfe, der Verein Bürgeraktive und der Förderverein Haus der Begegnung im November herausgeben wollen.

Malen bedeutet für die 52-Jährige Freiheit, sagt sie. Ringwald ist seit 2005 selbstständige Grafikdesignerin und betreibt mit ihrem Mann eine Werbeagentur in Bad Vilbel. Nach ihrem Kommunikationsdesign-Studium war sie zunächst in internationalen Werbeagenturen tätig. Dabei vernachlässigte sie die Malerei. Seit 2000 malt sie wieder regelmäßig, seit etwa zwei Jahren verstärkt. „Mir hat es einfach gefehlt, zu malen. Für mich war das immer so eine Ausdrucksform“, erzählt sie.

Ute Ringwald stammt aus einer Malerfamilie aus dem Schwarzwald. Schon früh erlernte sie die Ölmalerei. Später fing sie an, mit Buntstiften zu arbeiten – die waren ihr jedoch in ihren Möglichkeiten zu begrenzt. Seit vielen Jahren arbeitet sie nun mit Aquarellfarben. Da seien die Farben leuchtend und kräftig, meint Ringwald.

Ihre Motive sind vollschlanke Frauenkörper. Es macht ihr Spaß, sich mit verschiedenen Charakteren auseinanderzusetzen. Die Ideen gehen Ringwald dabei nicht aus. „Mir fehlt die Zeit, all das umzusetzen, was ich im Kopf habe.“ Ihre alltäglichen Umgebung inspiriere sie, sie beobachte gern. Vieles habe auch einfach mit Sachen zu tun, die sie schön findet oder erlebt. Die Frauen transportierten eine unheimliche Sinnlichkeit, verkörperten die Genusswelt. Ringwald beschreibt sich selbst als einen sehr positiven Menschen, was sich in ihren Bildern ausdrückt.

Lebensfrohe Frauen

In den vergangenen zehn Jahren hat die Künstlerin um die 200 Werke von den lebensfrohen Frauen geschaffen. „Durch die konstante Malerei ist ganz schnell ein Stil entstanden“, sagt sie. Trotzdem kann man in Ringwalds Bildern eine Entwicklung sehen.

Ihre abstrahierte Kunst ist speziell und anders, aber nie langweilig. In jedem Bild steckt viel Liebe zum Detail. „Für mich ist ein Bild perfekt, wenn es eine Ausstrahlung hat“, sagt Ringwald. Um das zu erreichen, arbeitet sie an einem Bild für gewöhnlich ein bis zwei Wochen.

Mittlerweile hat sich ihre Leidenschaft zu einem lukrativen Nebenerwerb verselbstständigt. Immer mehr Bilder werden verkauft, eine Ausstellung folgt auf die andere. Ein paar ihrer Motive hat Ringwald auf Postkarten drucken lassen, die es in Bad Vilbel bei „Brauns Living“ und in der „Weinliebe“ oder in Frankfurt bei „Kontrast“ zu kaufen gibt.

Dass die Bilder der Grafikdesignerin zurzeit im Haus der Begegnung zu sehen sind, hängt mit dem Kochbuch zusammen, das Nachbarschaftshilfe, Bürgeraktive und der Förderverein Haus der Begegnung herausgeben wollen. Es wird über 250 Rezepte Vilbeler Bürger enthalten. Als Ringwald einen Artikel zu dem Kochbuch gelesen hat, hat sie im Haus der Begegnung angerufen und gefragt, ob sie bei der Gestaltung vielleicht Unterstützung bräuchten.

Viele alte und ein paar neue, eigens für das Buch gemalte oder veränderte Bilder von Ringwald sind daher in dem Kochbuch, das im November erscheint, abgedruckt.

Die Ausstellung im Haus der Begegnung, Marktplatz 2, ist bis zum 20. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs und donnerstags 10 bis 12 Uhr, montags, mittwochs, donnerstags und freitags 15 bis 17 Uhr. Am 21. Oktober, um 19 Uhr, ist die Vernissage ihrer Ausstellung „Wider den tierischen Ernst“ im Kuhtelier im Schloss Groß-Karben, Burg-Gräfenröder-Straße 2.

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