Wetterau

Zufrieden mit Betreuung

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Arbeit mit Geflüchteten ist seit Januar in neuen Händen. Organisationen in 19 von 25 Kommunen aktiv.

Es funktioniert richtig gut.“ Stefanie Becker-Bösch (SPD), die Kreis-Sozialdezernentin, ist mit der Betreuung in den Flüchtlingsunterkünften zufrieden. Auch aus den Kommunen gebe es keine Klagen, betonte Becher-Bösch am Mittwoch in einem Gespräch mit der FR.

Seit Anfang des Jahres betreuen die beiden Organisationen Regionale Dienstleistungen Wetterau (RDW) und der Essener Dienstleister European Homecare (EHC) in insgesamt 19 der 25 Wetterauer Kommunen die Flüchtlinge. RDW leistet diese Arbeit in acht Kommunen, EHC in elf. Sechs Kommunen betreuen die Geflüchteten in Eigenregie.

Insgesamt leben derzeit 3618 Flüchtlinge in der Wetterau, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen. Für das laufende Jahr rechnet der Kreis mit etwa 300 Neuankömmlingen pro Quartal. Ein Sozialarbeiter hat derzeit 140 Flüchtlinge zu betreuen, beide Betreuungsorganisationen betonen, dass sie genug Fachpersonal hätten.

Die Aufgaben von RDW und EHC sind vielfältig. Damit sie auch klar umrissen sind, gibt es einen sechsseitigen Leistungskatalog, das sogenannte Pflichtenheft, das der FR vorliegt. Dieses listet detailliert auf, was zu tun ist.

Zum Beispiel geht es einerseits um die Zusammenarbeit mit dem Kreis als Auftraggeber, da werden etwa 14-tägige Fallbesprechungen mit der Fachstelle Migration oder die Meldung von Fällen bei Kindswohlgefährdung aufgeführt. Zur Betreuung und Beratung der Geflüchteten gehören etwa die Organisation von Arztbesuchen und wöchentliche Sprechstunden in den Unterkünften.

„Das Leistungsverzeichnis wird auch überprüft“, sagt die Sozialdezernentin. Sowohl Mitarbeiter des Kreises als auch der Kommunen gingen in die Unterkünfte und fragten die Flüchtlinge, ob beispielsweise Sozialarbeiter regelmäßig vor Ort seien.

Auch über den Betreiber EHC im Besonderen äußert sich Becker-Bösch positiv. „Mir ist an keiner Stelle zugetragen worden, dass es mit European Homecare Probleme geben würde.“

Unter anderem gegen mehrere Mitarbeiter eines Wachdienst-Subunternehmers von EHC hat die Staatsanwaltschaft Siegen kürzlich Anklage erhoben. Das bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts Siegen gestern auf Anfrage. Hintergrund ist, dass Mitarbeiter des Wachdienstes vor zweieinhalb Jahren in der Unterkunft in Burbach Flüchtlinge misshandelt haben sollen.

Vom Land Hessen bekommt der Kreis für die Betreuung eine große Pauschale, diese beträgt 940 Euro monatlich pro Flüchtling, sofern er noch nicht anerkannt ist. Das Geld deckt vor allem die Unterbringung sowie die Kosten für die Sozialarbeit ab. Für bereits anerkannte Flüchtlinge gibt es 120 Euro.

Beim nächsten Treffen der Flüchtlingshelfer der Kommunen und vom Kreis, an dem über 200 Leute teilnehmen werden, soll es unter anderem um einen Schwerpunkt gehen: Wie den Geflüchteten, die psychische Traumata erlitten haben, geholfen werden kann. Dafür fehle dem Kreis alleine das Geld, das Land müsse mit anpacken, sagt Becker-Bösch. „Das, was jetzt entsteht, ist tatsächliche Integrationsarbeit, und dazu gehört natürlich auch Vergangenheitsbewältigung.“

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