Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Roland Bock hat viel mitgemacht in seinem Leben.
+
Roland Bock hat viel mitgemacht in seinem Leben.

Friedberg

Vom Kämpfen und Verzeihen

Andreas Matlé, Autor und Pressesprecher des Friedberger Energieversorgers Ovag, erzählt die unglaubliche Lebensgeschichte des Olympia-Ringers Roland Bock.

Er ist hoch geflogen. Olympia-Ringer, Catcher, Schauspieler, Veranstalter. Und er ist tief gefallen: Pleitier, Scheidung, Gefängnis. Dazwischen: immer wieder aufgestanden. Nun, mit 77 Jahren, blickt Roland Bock auf sein Leben zurück. Andreas Matlé, Autor und Pressesprecher des Friedberger Energieversorgers Ovag, erzählt Bocks unglaubliche Geschichte in einer Biografie. Es ist eine Geschichte von Gewalt, Verzweiflung und Hoffnung. Und vor allem ist sie wahr.

Noch lebe ich“, sagt Roland Bock. „Ein großes Ding habe ich noch geplant.“ Dann schlurft er, gestützt auf seinen Rollator, langsam aus dem Bild. Abgang. Ende des Youtube-Videos. Bock sieht aus, wie Männer in dem Alter aussehen. Graues Haar, ein wenig gebeugt. Opa-Typ. Wirtschaftlich, sagt der 77-Jährige, „geht es mir nicht gut“. Das war schon anders.

Roland Bock hat ein bewegtes Leben hinter sich. In der Jugend der brutalen Gewalt seines Vaters und seines Großvaters ausgeliefert. Sportlicher Erfolg, Schauspieler an der Seite von Gérard Depardieu, Organisator von Frauenboxkämpfen. Discobetreiber, Betonhändler, Knacki. Er hat gegen einen Bären gekämpft und gegen einen Stier. Roland Bock hat mit seinen Geschäftsideen jede Menge Geld verdient – und alles verloren.

Als Andreas Matlé Roland Bock vor fünf Jahren in Friedberg trifft, ist er fasziniert von dem Mann und seiner Geschichte. Matlé sagt: „Ich habe sofort gewusst, ich muss ein Buch über ihn schreiben.“ Matlé trifft sich 2015 mit dem Ringer-Europameister. Bock gefällt die Buchidee.

Roland Bock bei einem Kampf.

Im selben Jahr reisen der Autor und sein Protagonist in die Türkei. Arbeitstreffen am Meer. Morgens vier Stunden, nachmittags fünf sitzen sie zusammen. Bock erzählt, Matlé fragt. Es sind unglaubliche Geschichten. Matlé kommen Zweifel: Kann das stimmen?

Doch alles, was Matlé nachrecherchiert, deckt sich mit den Erinnerungen seines Protagonisten. Der Auftritt Bocks im „Aktuellen Sportstudio“ bei Dieter Kürten etwa, der in einem Fiasko endet. Geplant war ein Catch-Showkampf und anschließend ein Ringkampf mit einem Bären – zu dem es nicht kommt, weil das Catchen schon so blutig wird, dass die ZDF-Verantwortlichen es während der Sendung untersagen.

Matlés Buch ist voll von solchen Anekdoten. Die Leserinnen und Leser leiden mit, wenn Bock über seine nächste großartige Idee berichtet, die jede Menge Fiasko-Potenzial besitzt. Aber Bock scheint fast zwanghaft immer wieder neue Projekte angehen zu müssen. Dabei schafft er es oft ins Licht. Aber nie auf Dauer. Irgendetwas läuft immer aus dem Ruder. Ihm wird übel mitgespielt. Aber: „Er hat die große Gabe des Verzeihens“, sagt Matlé.

Vierzehn Monate lang hat der Autor an seinem Buch gearbeitet. Nach Feierabend. Davor hat er zudem einige Monate für Recherchen und für das Abtippen der Aufnahmen aus den Gesprächen in der Türkei aufgewendet. „Aber das war keine Arbeit für mich“, sagt er. „Es ist ein Gegengewicht zu meinem Job.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare