1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wetterau
  4. Friedberg

Tod und Krankheit in der Kunst

Erstellt:

Kommentare

koe_har_Kunstverein_Deat_4c_4
„Tic-Toc on the Kitchentable“ von Gerd Paulicke. © Red

Tod und Krankheit kehren in der Kunstgeschichte immer wieder. Durch die Pandemie sind diese Themen vermehrt in den Mittelpunkt gerückt und können sogar eine Gefahr für die Demokratie sein. Das möchte die Ausstellung „Death - Desease - Democracy“ des Kunstvereins Friedberg aufgreifen, die kürzlich eröffnet wurde.

„Wer die Arbeit des Kunstvereins kennt, der weiß, dass es unser Anliegen ist, das aufzugreifen, was uns und das um uns herum ausmacht, bewegt und beschäftigt“, stellte Kunstvereinsvorsitzender Joachim Albert in seiner Begrüßung der über 60 Besucher, darunter Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, bei der Vernissage fest.

Albert dankte allen, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben, wie seine Stellvertreterin Wiebke Kirchner-Cherubim, die die Ausstellung mit viel Engagement über Monate konzipiert und vorbereitet hatte. Ein weiterer Dank ging an den Wetteraukreis für die Förderung aus dem Programm „Demokratie Leben“. „Es ist uns ein besonderes Anliegen mit Demokratie leben den Kunstverein zu unterstützen“, sagte die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch in ihrem Grußwort, in dem sie einen Zusammenhang zwischen dem Ausstellungstitel und der Corona-Pandemie herstellte: „Corona knockt eine ganze Welt über Jahre aus und bringt die Demokratie ins Wanken.“

Mit der Feststellung „diese Ausstellung ist das Ergebnis einer gewissen Umtriebigkeit meinerseits“, begann Kirchner-Cherubim ihre Einführung in der sie ausführlich auf die ganz unterschiedlichen Beweggründe der neun Künstler, deren Werke gezeigt werden, einging. Für Kirchner-Cherubim sind Krankheit und Tod als ständiger Begleiter des Menschen ein existenzielles, aber auch ein politisches Thema, dem sich die Serbin Marina Abramovic komplett verschrieben hat. Bei ihrer Beschäftigung mit Schmerz, Leid und Tod geht die in den USA lebende Künstlerin oft an ihre eigenen physischen und psychischen Grenzen.

Der Leipziger Erik Seidel greift in seinen Werken ebenfalls diese Themen auf und hält sie in Skulpturen fest, von denen eine im Hof des Wetterau-Museums steht. 124 Tafeln hat Künstlerin Tanja Hoffmann aus Dreieich in den letzten zweieinhalb Jahren geschaffen, um so die Geschehnisse in der Corona-Zeit zu beleuchten, von denen viele in der medialen Berichterstattung kaum thematisiert worden seien. Neun Tafeln ihres „Breathtaking-Projekts“ werden in der Ausstellung gezeigt.

ÖFFNUNGSZEITEN

Die Ausstellung „Death - Desease - Democracy“ des Kunstvereins Friedberg in der Haagstraße 16 ist bis 10. Oktober dienstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am Freitag, 23. September, wird ab 19 Uhr eine Zusatzveranstaltung angeboten: „Gute Unterhaltung“ mit Redebeiträgen und Musik von „Rats & Roaches“. Der Eintritt ist frei. har

Gerd Paulickes Arbeiten enthalten oft Verweise auf den Tod und das Vergängliche, wobei er in seiner Arbeit „Vergissmeinnicht“ das Innere und Äußere miteinander verwebt, durchaus auch mit Humor und Schalk im Nacken. Gleiches gilt für die Arbeiten des australischen Künstlers Terry Taylor. Dessen gezeigte kleine Skelette erinnern in Proportionen und Ausdruck an Kinder, erklärte die Kuratorin.

Mit einer Sektionsszene, angelehnt an die „Venus Medici“ aus der römischen Mythologie, orientiert sich die russische Künstlerin Anna Jermolaewa auch am politischen Geschehen.

Der Schweizer Wilfried Bolliger hat mit seiner berührenden Serie „Emma“ die Krankheit, das Leiden und den Tod seiner Mutter auf Grundlage von Fotografien dargestellt. Eine sehr private Arbeit, die in der Ausstellung ebenso Platz findet wie ein Bild aus der Serie der „Gehängten“, des 2017 verstorbenen Künstlers Karsten Kraft.

Dagegen wirken die typischen Pop-Art-Bilder des 1990 verstorbenen Künstlers Keith Haring geradezu heiter, obwohl er bereits schwer an Aids erkrankt war. har

koe_DeseaseKomb_130922_4c_3
Über 124 Tafeln hat Tanja Hoffmann geschaffen, um die Geschehnisse in der Corona-Pandemie zu beleuchten. loni Schuchardt (2) © Red

Auch interessant

Kommentare