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Spannende Projekte stehen an

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Von: Jürgen Wagner

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Im Laufe des Jahres fällt die Entscheidung, welcher Entwurf für die Umgestaltung der Kaiserstraße umgesetzt wird. nici merz © Nicole Merz

Das Jahr 2023 wird ein spannendes für Friedberg. Wie soll die neue Kaiserstraße aussehen? Darüber wird entschieden. Eine neue Kita wird eröffnet, auf der Seewiese gastieren Stars und es wird wieder ein richtiger Herbstmarkt gefeiert. Außerdem wird Friedbergs schlimmste Straße saniert, verrät Bürgermeister Dirk Antkowiak, für den es ebenfalls spannend wird.

Das Grundgefühl vieler Friedberg lautet: Es passiert ja eh nichts, und wenn, dann dauert es zu lange. 2023 sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. „Wir haben die Voraussetzungen für eine Menge von Projekten geschaffen“, sagt Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) beim Gespräch im Rathaus.

Thema Straßensanierung: „Wir haben den Mühlweg saniert, jetzt sind die Friedberger Straße in Ockstadt und die Wingertstraße dran.“ Die Wingertstraße hinter der Philipp-Reis-Schule ist übersät von Schlaglöchern, keine andere Straße sieht so ramponiert aus. „Wir lösen den Stau bei der Sanierung auf. Danach sind Pfingstweide und Gebrüder-Lang-Straße an der Reihe“, sagt Antkowiak. Das alles sei erst möglich geworden, nachdem die Straßenbeitragssatzung abgeschafft wurde. „Sonst hätten wir die Bürger zu sehr belastet.“

Auch in anderen Bereichen soll es vorangehen. Die vergangenen zwei Jahre seien hart gewesen. „Corona bedeutete Mehrarbeit“ Jetzt folgt die Energiekrise, aber Friedberg ist vorbereitet. In wichtigen Gebäuden gibt es Notstromaggregate, es wurden „Wärmeorte“ organisiert. Antkowiak: „Als die entsprechenden Auflagen kamen, waren wir damit schon durch.“

In Sachen Kaserne sei die Stadt gut aufgestellt. „Die Gespräche mit der BImA laufen sehr gut. Mit dem Vermarktungsmodell liegen die juristischen Risiken beim Bund. Die Investoren müssen für Kita, Ver- und Entsorgung, Straßen und vieles mehr sorgen. Die Stadt wird ihren positiven Schnitt dabei machen“, ist sich Antkowiak sicher.

Mithilfe der Ovag und der THM soll ein CO2-neutraler Stadtteil entstehen. Davon wird man Ende des Jahres noch nichts sehen, aber die Vorbereitungen sollten vorangetrieben werden. Außerdem wird die Stadt erstmals Eigentümer von Grundstücken in der Kaserne: Der kommunale Erstzugriff auf Flächen für Feuerwehr, Bauhof und Kapelle steht zur Entscheidung an. Auch der Wetteraukreis wird ein Grundstück für ein Verwaltungsgebäude kaufen.

Die Kaiserstraße wird sich bis Ende 2023 äußerlich wenig ändern. Aber im Laufe des Jahres fällt die Entscheidung, welcher Entwurf umgesetzt wird. Antkowiak: „Dann geht es an die Feinplanung.“

EISSTADION

Manchmal muss man für sein Glück gar nichts tun. Diese Erkenntnis könnte für Friedberg zutreffen, wenn in Bad Nauheim (und immerhin auch auf ein paar Meter auf Friedberger Gemarkung) in ein paar Jahren ein neues Eisstadion gebaut wird. Der Baugrund liegt direkt an der Grenze der Nachbarstädte, eine multifunktionale Nutzung ist ohnehin geplant.

Ob die Mieter dann aus Bad Nauheim oder Friedberg kommen, ist einerlei. Wie Friedbergs Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) sagte, könnte die neue Halle hinter dem Burgfeld auch in der Burg Spuren hinterlassen: Möglich, dass der Wetteraukreis die Halle für den Schulsport der Burg anmietet; dann wäre die alte Sporthalle, das mit nicht messbarem Abstand hässlichste Gebäude in der historischen Burg Friedberg, überflüssig und könnte endlich abgerissen werden. jw

Auch kulturell tut sich etwas. „Friedberg spielt“ wird es wieder geben, ein Termin steht noch nicht fest. Vom 26. bis 30. Mai wird über Pfingsten im wohl schönsten Rathauspark weit und breit das Weinfest gefeiert. Am Verschwisterungswochenende kommen auch Gäste aus Frankreich und Portugal, eine feierliche Stadtverordnetensitzung mit Ehrungen findet statt. „Vier Wochen später geht es auf der Seewiese rund“, sagt Antkowiak. Beim „Friedberger Open Air Sommer“ tritt Johannes Oerding (23. Juni) auf, einen Tag später folgt das „FFH-Just-White-Festival“, tags drauf gibt sich Roland Kaiser die Ehre; ein viertes Konzert ist eingeplant, die Künstler stehen noch nicht fest. Läuft’s gut, wird der „Open-Air-Sommer“ zur Dauereinrichtung.

Im September wird auf der Seewiese wieder Herbstmarkt gefeiert. „Ein richtiger Herbstmarkt“, verspricht Antkowiak. „Mit Festzelt, Eröffnungsabend, Seniorennachmittag, Flohmarkt, Tiermarkt, so, wie es immer war.“ Nicht zu vergessen: Im August kommen die Elvis-Presley-Fans. Spannend auch, was sich im „KreativHaus“ auf der Kaiserstraße entwickelt. Oder im Museum, dem ersten ISEK-Projekt. Die Ausschreibung für die Umgestaltung läuft. Antkowiak wünscht sich ein offenes Haus mit Café zum Stadtkirchenplatz.

Und sonst? Es werden weitere E-Ladesäulen aufgebaut, das erste von zwei Gebäuden der „Campus-Kita“ wird im ersten Halbjahr eröffnet.

Beim Windpark gehe es voran. Auf einer gemeinsamen Sitzung von Friedberg, Rosbach, Ober-Mörlen und Wehrheim am 30. März sollen die Verträge mit der Ovag beschlossen werden. Gute Nachricht für den Verwaltungschef: Die Stadtverordneten haben seine Personalplanungen ohne Kürzungen beschlossen. Heißt: Endlich bekommt Antkowiak einen Pressesprecher.

Die Einwohnerzahl wird Ende 2023 leicht gestiegen sein. Laut Statistischem Landesamt liegt Friedberg knapp unter der 30 000-Marke, laut eigenen Zahlen des Einwohnermeldeamts wurde diese längst überschritten; im Juni wurden 30 688 Friedbergerinnen und Friedberger gezählt. Zieht erst Leben in die Kaserne ein, werden es über 35 000 sein.

Bleibt die Bürgermeisterwahl, die terminiert werden muss. Antkowiak schlägt den 24. September vor, eine Stichwahl am 8. Oktober würde mit der Landtags- und Landratswahl zusammenfallen.

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