Wetterau

Rätselhafte Brühe

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Die Schadstoffmobil-Besatzung ist bei ihren Annahmetouren immer wieder einer besonderen Herausforderung ausgesetzt: Was ist für ein Zeug, das die Leute da anliefern?

Lösungsmittel im Gurkenglas, Batteriesäure in einer Getränkeflasche, Pinselreiniger im alten Farbeimer: Die Besatzung des Schadstoffmobils des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) des Wetteraukreises steht immer wieder vor der Herausforderung, angelieferte Flüssigkeiten und Substanzen zu definieren, um sie fachgerecht entsorgen zu können. Der AWB appelliert deshalb in einer Mitteilung, Schadstoffe möglichst in Originalverpackung abzugeben. „Manche wissen sehr genau, was sie so alles mitgebracht haben, andere haben Rätselhaftes im Keller, im Schuppen oder auf dem Dachboden gefunden“, so Lydia Weiland vom Schadstoffmobil.

Werden Unkrautvernichter, brennbare Flüssigkeiten oder Lösungsmittel in den Originalverpackungen gebracht, könne sie die Dosen, Flaschen oder Schachteln problemlos in den entsprechenden Sammelbehälter deponieren.

Wenn nicht müsse sie mit einem Schnelltest die jeweilige Brühe bestimmen. „Es ist unverantwortlich, teils gefährliche Flüssigkeiten einfach in Gurkengläser zu füllen, ohne diese mit genauen Angaben zu beschriften“, warnt Gefahrgut-Fahrer Helmut Padberg.

Immer wieder würden Leute zudem Eimer mit Resten von Dispersionsfarbe auf Wasserbasis anschleppen. Doch die würden nicht angenommen. „Die Farbe eintrocknen lassen und in die Restmülltonne werfen, die Eimer gehören in den Gelben Sack“, erklärt Padberg. Im Jahr 2019 habe das Schadstoffmobil 124 Sammeltage angeboten. Rund 4600 Bürgerinnen und Bürger seien gekommen, jeder habe im Schnitt 18 Kilo Schadstoffe dabei gehabt, berichtet Uwe Schmittberger, stellvertretender Leiter des AWB. „2019 haben wir knapp 80 Tonnen gefährliche Abfälle gesammelt, davon waren etwa 28 Tonnen Altlacke, 18 Tonnen Reinigungsmittel und 16 Tonnen Pflanzenschutzmittel.“ Ein Großteil dieser Schadstoffe werde von der Hessischen Industriemüll GmbH verbrannt.

Das Wetterauer Entsorgungszentrum bei Echzell-Grund-Schwalheim sei die Heimatstation des Schadstoffmobils. Von hier aus fahre es alle Jahre wieder ab dem Frühjahr in die Kommunen, um problematische Abfälle einzusammeln.

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