Wetterau

Plakate gegen Gewalt in der Wetterau

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Mit einer Aktion will der Wetteraukreis Flüchtlingsfrauen über ihre Rechte sowie Hilfs- und Beratungsangebote aufklären.

Mit einer Kampagne klärt der Wetteraukreis in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge über die Rechte von Frauen auf. „Niemand darf… mich einsperren oder kontrollieren“ lautet der Titel. Die Plakatreihe ist Teil des Projekts Bildungskoordination für Neuzugewanderte und wird begleitet von den Vereinen „Frauen helfen Frauen“ und „Frauen-Notruf“ sowie dem Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises, heißt es von dort.

Die Idee sei aus dem Präventivprojekt „Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften“ entstanden, sagt Anna Möller, Bildungskoordinatorin beim Kreis. Die Plakate seien ein niedrigschwelliges Angebot. „Wir wollen die Frauen bestärken, sich Hilfe zu suchen und gleichzeitig allgemein über ihre Rechte in Deutschland informieren“, so Möller. Darüber klärt das Plakat in mehreren Sprachen auf. Für den Anfang gibt es die Hinweise in Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Tigrinja; Analphabetinnen werden mit Piktogrammen informiert.

Die Plakate sollen in Bürgerbüros, in Einrichtungen für Deutschkurse und vor allem in allen Gemeinschaftsunterkünften verklebt werden. Letzteres hält Möller für besonders wichtig, um möglichst viele Frauen zu erreichen.

Sobald Frauen die Gemeinschaftsunterkunft verlassen, werde es schwierig, sie noch zu erreichen, weil sie dann nicht selten wegen Familie oder kleiner Kinder in der Wohnung gebunden seien.

Laut Möller haben Frauen mehrere Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen. Ein Weg führe über die Sozialarbeiter vor Ort, die die Betroffene an eine regionale Beratungsstelle vermitteln. Dies sind „Frauen helfen Frauen“, der Trägerverein des Frauenhauses in Friedberg, und der Frauen-Notruf in Nidda. Von dort heißt es, dass häufig Ehrenamtliche von Flüchtlingshilfen die Frauen begleiten, wenn etwa in einer Familie ständig gestritten werde.

Allerdings sei die Zahl gering und liege statistisch betrachtet nicht über dem Durchschnitt in der Wetterau.

Betroffene fühlten sich jedoch nicht nur wegen ihrer patriarchalisch ausgerichteten Herkunftskultur unter Druck gesetzt, vieles zu erdulden, auch die Asylregeln würden dazu beitragen, heißt es vom Frauen-Notruf. Denn zumeist beantrage der Mann Asyl. Wenn die Frauen dann die Beziehung verlassen, fürchteten sie, dass ihnen die Abschiebung drohe.

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