Friedberg

Neuer Tunnel nötig

  • vonJürgen Wagner
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Die Wände der Fußgängerunterführung in Friedberg sind nicht stabil genug. Der Bahnhofsumbau beginnt im August.

In Sachen Bahnhof ist Geduld gefragt. Im Februar gab die Bahn AG bekannt, dass sich der Umbau verzögert. Nun wurde das Vorhaben in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Ein neuer Fußgängertunnel muss gegraben werden, auch ein Durchstich nach Fauerbach wäre dann möglich – falls die Stadt sich das leisten kann.

Der Friedberger Bahnhof soll schon seit Jahren behindertengerecht umgebaut werden. Die Planungen laufen, dazu gehören auch Bodenuntersuchungen. Im Bereich der Personenunterführung sollten tiefere Bohrungen noch ausstehende Bodenkennwerte bestätigen.

Im Vorfeld habe es keinerlei Hinweise auf mögliche schlechte Werte gegeben, die Bohrungen gehörten zum üblichen Vorgehen, teilte die Bahn der Stadt mit. Allerdings zeigte sich, dass die Kennwerte nicht ausreichen, „um bei den geplanten massiven Einschnitten in die Wände der Personenunterführung deren Standsicherheit nachzuweisen“. 

Neue Lautsprecher und Fahrtanzeigetafeln

Das heißt: Ein neuer Personentunnel muss gebaut werden. An welcher Stelle genau, steht noch nicht fest. Ohne einen Neubau sei der Einbau von Aufzügen und der Bau der neuen Treppenöffnungen nicht möglich. Deshalb erfolge die Aufteilung in zwei Bauabschnitte. Im ersten Bauabschnitt, der am 24. August beginnen soll, werden die Bahnsteige erneuert. Das reicht von der Bedachung über die elektrischen Anlagen bis zur Entwässerung.

Ein taktiles Leitsystem wird eingebaut, neue Lautsprecher und Fahrtanzeigetafeln werden installiert, die Bike-und-ride-Anlage soll verlegt werden, die Eilguthalle samt Rampe wird abgerissen.

Für den zweiten Bauabschnitt, der im Wesentlichen den Neubau der Unterführung samt dem Einbau der Aufzüge beinhaltet, gibt es bislang weder eine Planung, noch wurde festgelegt, wo der Tunnel gegraben wird. Die Bahnstrecke muss zeitweise gesperrt werden. Die Bahn rechnet frühestens 2024 mit dem Beginn dieses Bauabschnitts.

Die Stadt Friedberg muss sich an den Kosten des Umbaus beteiligen. Die Gesamtkosten steigen durch den Tunnelbau um 3,3 auf rund 5,5 Millionen Euro. Dazu könnten noch 1,3 Millionen Euro für „Anpassungsarbeiten“ kommen.

Bau des Busbahnhofs verzögert sich

Für die Stadt ergibt sich dadurch zweierlei: Der Bau des Busbahnhofs verzögert sich, da der neue Standort der Unterführung noch nicht feststeht. Und: Die Unterführung kann theoretisch bis nach Fauerbach verlängert werden. Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) sprach von einem „möglichen dritten Bauabschnitt“. Das Bürgerbündnis WIR hatte sich für den Tunnel starkgemacht und in Fauerbach Unterschriften für das Vorhaben gesammelt. Zeitweise war auch an eine Brücke über die Bahngleise gedacht worden. Als dies im Sommer 2019 in den politischen Gremien diskutiert wurde, hieß es, eine Brücke müsse einen Höhenunterschied von bis zu 17 Metern bewältigen. Soll sie barrierefrei werden, müsste eine 350 Meter lange Rampe gebaut werden. Außerdem fehlt laut Bahn AG auf dem Friedberger Bahnhof der Raum für die Brückenstützen; umfangreiche Gleisumbauten und -verlegungen wären nötig. Daher wurde diese Idee nicht weiter verfolgt.

Klar ist, dass die Stadt den Durchstich nach Fauerbach planen und bezahlen müsste. Die Bahn AG will aber, falls sich die Stadt entscheidet, die Voraussetzungen dafür schaffen. „Wir werden keinerlei Planung übernehmen, stehen aber jederzeit zur Koordination zur Verfügung“, teilt das Unternehmen mit, macht aber auch deutlich: Wenn die DB auf die Planung der Stadt warten müsse, werde sich der Bau noch weiter verschieben, da die Stadt ein eigenes Planrecht benötige.

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