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Neuer Anlauf wegen Kita-Einfahrt

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Von: Jürgen Wagner

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Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen: Kita-Kinder, die von den Eltern gebracht oder abgeholt werden und die motorisierten Bewohnerinnen und Bewohner der neuen Mehrfamilienhäuser. Merz © Nicole Merz

Das Wohl der eigenen Kinder ist für Eltern das höchste Gut. Beim Gedanken an die Einfahrt zur Kita „Kinderburg am Rübenberg“ in Friedberg wird vielen Eltern unwohl. Zu viel Verkehr. Jetzt unternimmt die Stadt einen erneuten Versuch, eine zweite Einfahrt einzurichten.

Kita-Eltern hatten den Stein wieder ins Rollen gebracht: Mit einer Online-Petition wird gefordert, die Stadt Friedberg solle für eine bessere Zuwegung an der Zuckerfabrik sorgen. Hintergrund: Die Kita „Kinderburg am Rübenberg“ und die gerade im Entstehen befindlichen Mehrfamilienhäuser an der Ecke Fauerbacher Straße und Fritz-Reuter-Straße (Große Bahnhofsunterführung) sind allesamt nur über eine einzige Zufahrtsstraße erreichbar.

Rund 250 Wohneinheiten lässt die Firma Bücher auf dem verbliebenen Restgrundstück der Zuckerfabrik bauen, gut 50 sind bereits fertiggestellt. Schon jetzt beklagen Eltern, dass es morgens reger Verkehr herrscht, wenn sie ihre Kinder zur Kita in der ehemaligen Direktorenvilla bringen.

Vor allem FDP und Grün hatten, als der Bebauungsplan aufgestellt wurde, eine zweite Einfahrt gefordert. Die FDP hat nun im Stadtparlament einen erneuten Anlauf genommen und einen Antrag gestellt, der auch eine Mehrheit fand. „Hier muss gehandelt werden“, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Achim Güssgen-Ackva und sprach gar von „Kindeswohlgefährdung“, was Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) zu weit ging: „Das ist überzogen.“

Während Güssgen-Ackva empfahl, die derzeitige Baustraße für eine Ein- und Ausfahrt auf das Grundstück zu verwenden, verwies Antkowiak auf die rechtliche Situation: „Es gibt einen rechtsgültigen Bebauungsplan.“ Heißt: Die Sache ist eigentlich vom Tisch, die Pläne sind gemacht und werden nun eben ausgeführt. Antkowiak sagte, eine vorgesehen zweite Ausfahrt sei von den übergeordneten Behörden nicht genehmigt worden. Der Bauherr habe aber die Zahl der Wohnungen erheblich reduziert. Wolle man da nachträglich etwas machen, würde das „erhebliche Kosten“ für die Stadt bedeuten.

„Und wie viel Geld kostet das?“, wollte Markus Fenske (Grüne) wissen. Das müsse dann eben geprüft werden. Auch Klaus-Dieter Rack (SPD) sah dies so: Das Problem lasse sich nicht wegdiskutieren, eventuell müsse die Stadt einen Streifen Land vom Investor kaufen und eine Straße bauen. Die SPD unterstütze den Antrag der FDP. Auch Olaf Beisel (CDU) hatte nichts dagegen, Gespräche mit dem Investor aufzunehmen und die Sache zu prüfen. „Dort gibt es eine gefährliche Situation. Meistens sind es aber die eigenen Eltern, die Gefahren verursachen“, gab Beisel zu bedenken. So gab es am Ende ein einstimmiges Votum für den FDP-Antrag. Für die Eltern heißt es nun abwarten, was die Gespräche erbringen.

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