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Helmut Betschel-Pflügel (Mitte), umrahmt von Landrat Joachim Arnold und Parlamentschefin Stephanie Becker-Bösch.
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Helmut Betschel-Pflügel (Mitte), umrahmt von Landrat Joachim Arnold und Parlamentschefin Stephanie Becker-Bösch.

Kreistag Wetterau

Machtwechsel vollzogen

Der Grüne Helmut Betschel-Pflügel ist neuer Erster Kreisbeigeordneter. Nach 18 Jahren sind die Grünen damit in die hauptamtliche Kreisspitze zurückgekehrt.

Von Bruno Rieb

Er habe eine unruhige Nacht verbracht, mehrfach sei er aufgewacht, sagte Helmut Betschel-Pflügel. Der Grünen-Politiker bangte um die Mehrheit bei seiner Wahl zum Ersten Kreisbeigeordneten. Im Kreistag hat die Koalition aus SPD, Grünen und FDP nur eine knappe Mehrheit: 42 der 81 Sitze. Ein Grüner und ein Christdemokrat fehlten am Mittwochvormittag.

Betschel-Pflügel hätte entspannt schlafen können. Er wurde klar mit 41 Stimmen gewählt, nur 34 Abgeordnete stimmten gegen ihn. Die Reihen der Koalition waren geschlossen. Aus der Opposition gaben vier Abgeordnete ungültige Stimmen ab.

Nach 18 Jahren sind die Grünen damit in die hauptamtliche Kreisspitze zurückgekehrt. Der 55-jährige Betschel-Pflügel ist gelernter Diplom-Sozialarbeiter, Energieanlagenelektriker und Diplom-Pädagoge. Das qualifiziere ihn, das Schuldezernat zu übernehmen, sagte Gerhard Salz von den Grünen. Zumal Betschel-Pflügel den Posten bereits seit August 2008 ehrenamtlich ausgeübt hat. 58 Millionen Euro des Schulinvestitionsprogramms habe er in dieser Zeit umgesetzt und zwei Schulentwicklungspläne eingebracht, die beide vom Kreistag einstimmig verabschiedet worden seien, berichtet Salz.

Im Wahlvorbereitungsausschuss sei auf politische Scharmützel verzichtet worden, lobte der Grünen-Politiker. Das geschah im Kreistag weitgehend auch. CDU-Sprecher Alexander Kartmann nahm die Wahl als normale Auswirkung des politischen Machtwechsels zur Kenntnis.

In der vergangenen Legislaturperiode hatte eine Koalition aus CDU, Freien Wählern und FDP regiert. Deren hauptamtliche Kreisbeigeordnete Oswin Veith (CDU) und Ottmar Lich (FW) waren in der vergangenen Kreistagssitzung abgewählt worden.

Die SPD-Grüne-FDP-Koalition kommt nur noch mit einem hauptamtlichen Beigeordneten aus, eben Betschel-Pflügel, der neben den Schulen auch für das Soziale verantwortlich sein wird. Freidemokrat Wolfgang Patzak kümmert sich als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter um Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und den Online-Auftritt.

Cäcilia Reichert-Dietzel, Fraktionsvorsitzende der SPD, lobte Betschel-Pflügel habe auch einen sehr guten Zugang zu den Schulgemeinden. Sich mit einem hauptamtlichen Kreisbeigeordneten zu begnügen, bezeichnete sie als „Meilenstein“. Das sei eine alte Forderung der FDP gewesen, sagte deren Sprecher Peter Heidt.

Für Theaterdonner sorgte FW-Fraktionschef Erich Spamer. Er beantragte, die Wahl zu verschieben, weil der Regierungspräsident die Neubesetzung der Stelle nicht genehmigt habe. Im Kreishaus gilt eine Stellenbesetzungssperre von einem Jahr, Ausnahmen muss der RP genehmigen. Spamer hatte mit dem Antrag keinen Erfolg, nur seine Fraktion stimmte dafür. Das sei nur ein Scharmützel gewesen, er werde die Wahl nicht anfechten, sagte Spamer später zur FR.

Die Grünen feierten ihre Rückkehr an die Kreisspitze. Gila Gertz und Udo Schwedes waren eigens angereist, um Betschel-Pflügel zu seiner Wahl zu gratulieren. Die beiden waren während der rotgrünen Koalition, die von Mitte der 80er Jahre bis 1993 den Kreis regiert hatte, Erste Kreisbeigeordnete der Grünen gewesen.

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