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Licht als Umweltverschmutzung

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Lichtverschmutzung, also die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, ist vor allem in Städten, aber auch in kleineren Gemeinden auf dem Land ein Thema. Die damit verbundenen Herausforderungen waren Inhalt einer Konferenz, die der Fachbereich Regionalentwicklung und Umwelt des Wetteraukreises in Kooperation mit dem Netzwerk „Wetterau macht’s effizient“ organisiert hatte.

„Licht steuert als Taktgeber die innere Uhr von Mensch und Tier. Tageslichtähnliche Beleuchtung in der Nacht beeinflusst den natürlichen Schlafrhythmus, was in der Folge zu Störungen der Hormonausschüttung und des Stoffwechsels führen kann“, heißt es in einer Pressemitteilung des Wetteraukreises.

In der Tierwelt wirke sich helles Licht in der Nacht unter anderem auf den Hormonhaushalt von Vögeln aus. Hell illuminierte Nächte ließen die Vögel zu früh mit der Balz beginnen. Der Nachwuchs sei dann oft vom Verhungern bedroht, da es so früh im Jahr nicht genügend Insekten als Nahrungsquelle gebe. Auch der Vogelzug werde durch die künstliche Beleuchtung negativ beeinflusst.

„Bei den Möglichkeiten zur Eindämmung der Lichtverschmutzung stehen an vorderer Stelle technische Maßnahmen“, heißt es weiter. „Eine der Ursachen für Lichtverschmutzung ist die Stärke des Lichts. Oft kommen Leuchtmittel zum Einsatz, die viel heller leuchten, als es für den Zweck der Beleuchtung notwendig wäre.“ Beim Anbringen der Lampen sei es wichtig, die Lichtkegel nach unten auszurichten. Darüber hinaus sollten die Gehäuse der Lampen in geeigneter Weise geschlossen sein, damit Insekten nicht darin verenden.

Bei der Straßenbeleuchtung ist die durchgehende Dimmbarkeit ein wichtiger Aspekt. Diesbezüglich sei die Ovag aktuell im Austausch mit den Kommunen, wie Nico Herzberger, Leiter Straßenbeleuchtung Ovag, berichtete.

Zudem spiele die Lichtfarbe eine erhebliche Rolle, da warmweißes Licht weniger Lichtverschmutzung verursache als kaltweißes Licht, erklärte Sabine Frank vom Sternenpark Rhön. Auch bei Privathaushalten bestehe noch viel Potenzial, die Zahl der Lichtpunkte und die Lichtstärke zu reduzieren und durch eine bessere Ausrichtung der Leuchten ein Abstrahlen in die Umwelt zu verringern. Die mit der Energiekrise verbundenen Gesetze und Verordnungen bieten einen weiteren Hebel zur Verringerung der Lichtverschmutzung. Eine kürzlich verabschiedete Verordnung mache detaillierte Angaben zur Energieeinsparung in der Nacht, wie Susanne Feiler, Klimaschutzkoordinatorin des Wetteraukreises, erläuterte.

Eine nächtliche Reduzierung der Beleuchtung dient nicht nur der Energieeinsparung, sondern auch dem Naturschutz, so das Resümee der Konferenz, deren Teilnehmer aus den Bereichen der kommunalen Bauämter und des kommunalen und ehrenamtlichen Naturschutzes kamen. red

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