Wetterau

Kreis macht Druck beim Ausbau

  • Detlef Sundermann
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Niddertalbahn: Resolution für eine baldige Planungsvereinbarung zwischen Land und Bahn.

Dass der Ausbau und die Modernisierung der Niddertalbahn kommen müssen, ist mittlerweile unstrittig. Doch wann, das vermag von den beteiligten Stellen bei Land und Bahn derzeit niemand verbindlich zu sagen. Nachdem vor Wochen die Kreisverkehrgesellschaft (KVG) und Kommunen im Main-Kinzig-Kreis mit einer Resolution die Verantwortlichen zu einem raschen Handeln aufgefordert haben, legt nunmehr der Kreisausschuss des Wetteraukreises mit einer weiteren Resolution nach. Darin werden das Land Hessen und die DB Netz AG als Bauträgerin aufgefordert, Anfang kommenden Jahres eine Planungsvereinbarung zu unterzeichnen.

Vor zwei Monaten wurde bei der dritten Niddertalkonferenz die Machbarkeitsstudie zu einem (streckenweisen) zweigleisigen Ausbau und zur Elektrifizierung vorgestellt, die deutliche positive Effekte mit dem Ausbau und der Modernisierung prognostiziert. Die Untersuchung wurde vom RMV, von der KVG und vom ZOV (Zweckverband Oberhessischer Versorgungsbetrieb) in Auftrag gegeben.

Steigende Fahrgastzahl

Die 31 Kilometer lange Strecke zwischen Bad Vilbel und Glauburg-Stockheim leidet bereits seit einigen Jahren in den Spitzenzeiten an Überlastung. Transportierte die Niddertalbahn 1985 – in dem Jahr, in dem über die Stilllegung diskutiert wurde – nur noch rund 1800 Personen am Tag, sind es mittlerweile mehr als 7000 (Stand 2015). Staus auf den Straßen und die starke Zuzugsentwicklung in den Anliegerkommunen ob der großzügigen Ausweisung von Bauland haben dazu beigetragen. Im Laufe der Jahre wurden Strecke und Haltestellen saniert – etwa 2005 der Büdesheimer Tunnel für 6,8 Millionen Euro. Neben der Eingleisigkeit, es gibt nur Ausweichspuren an Bahnhöfen, sind die Diesellokomotiven und -züge ein weiteres Manko. Die Antriebsart ist nicht nur schlecht für den Umwelt- und Lärmschutz, sie stellt für die Bahn, im Vergleich zu Elektrozügen, auch eine unwirtschaftliche „Insellösung“ dar, die zudem bei Lokausfällen für Probleme sorgt.

„Wir wollen allen Beteiligten nachdrücklich klarmachen, dass hier die Zeit drängt und möglichst schnell die Vereinbarungen zwischen Land und DB Netz AG abgeschlossen werden“, erklärt der Wetterauer Landrat Jan Weckler (CDU) die neue Resolution. Nur so bestehe die Chance, dass das Projekt „wenigstens mittelfristig umgesetzt werden kann“. Aufs Tempo drücken will auch das Land. Es sei das Ziel, die Planung so rasch wie möglich auf den Weg zu bringen, teilt das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen auf Anfrage mit. Die DB Netz AG sei deshalb bereits im Oktober gebeten worden, einen Entwurf der Planungsvereinbarung für eine Elektrifizierung und einen teilweise zweigleisigen Ausbau zu übersenden. Mit der Vereinbarung werde auch der Terminplan für die nächsten Planungsschritte festgelegt, heißt es. Im Ministerium geht man dennoch davon aus, dass im Dezember 2027 – mit dem neuen Verkehrsvertrag für die Niddertalbahn – der Umbau abgeschlossen sein wird.

„Einen genauen Zeitpunkt zum Abschluss der Planungsvereinbarung kann derzeit noch nicht genannt werden“, heißt es von einer Bahn-Sprecherin. Auch zum Baubeginn und der Dauer gibt es keine Angaben. Dazu sei der jetzige Zeitpunkt zu früh, die Planungen hätten noch nicht begonnen. Das gelte ebenfalls für die Kosten. Das hessische Verkehrsministerium geht von 78 Millionen Euro aus. Allerdings stammt diese Schätzung aus dem Jahr 2016.

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