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Kaiserstraße vor Sanierung

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Die Sanierung der Kaiserstraße hat begonnen, allerdings erst in der Planungsphase. Sorgen bereiten die Bäume auf der Einkaufsmeile. Sie werden wohl ersetzt. nici merz © nici merz

Aufmerksamen Bürgern sind die kleinen grauen Kästen aufgefallen, die neulich rund um und auf der Friedberger Kaiserstraße an Laternenmasten hingen. Sie dienten der Verkehrszählung, ein Verkehrsgutachten wird erstellt. Das ist eine von vielen Vorarbeiten, die geleistet werden müssen, bis auf der Kaiserstraße tatsächlich die ersten Bagger anrücken. Die Sanierung der Friedberger Einkaufsmeile hat begonnen, wenn auch bislang nur in den Köpfen und PCs der Planer.

Um die politischen Gremien auf dem Laufenden zu halten, hatte Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) die beiden Stadtplaner Arne Kilian und Mareike Völp vom Frankfurter Architektur- und Ingenieurbüro BSMF in den Ausschuss für Stadtplanung eingeladen. Sie erläuterten die Schritte, die notwendig sind, um die Wetterauer Einkaufsmeile auf Vordermann zu bringen. Das umzugestaltende Gebiet umfasst 23 000 Quadratmeter von der Burg bis zur Ockstädter Straße. Geplant wird nach den „Richtlinien für Planungswettbewerbe“ (RPW 2013), einer Vorschrift, die von der Architektenkammer überwacht wird.

Bürgermeister Antkowiak sagte, beim Bau der Kita in der Housing Area habe man mit dem Wettbewerb sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei dem nicht offenen Wettbewerb werden bis zu 50 Teilnehmer gesucht: Landschaftsarchitekten in Zusammenarbeit mit Verkehrsplanern. Liegen deren Entwürfe vor, werden Büros ausgewählt, die in die engere Auswahl kommen. Am Ende entscheidet ein Preisgericht über den Sieger. Wie Kilian sagte, habe es früher „200 bis 300“ Bewerbungen auf solche Wettbewerbe gegeben. Aktuell rechne er mit 20 bis 50. Letztlich hofft er auf 15 Teilnehmer mit einem „breiten Ideenspektrum“.

Auch der Ablauf der Preisgerichtssitzung wurde erläutert. Die Stadt macht den Wettbewerbsteilnehmern Vorgaben. Die Kaiserstraße soll demnach so umgestaltet werden, dass sie die „Lebensader“ von Friedberg bleibt, mit kleinteiligen Nutzungseinheiten und unter Berücksichtigung „verkehrlicher und freiraumgestalterischer Aspekte“. Drei Punkte werden hervorgehoben: die „Konzeption eines umwelt- und klimafreundlichen Verkehrsraums im Einklang mit der Kaiserstraße als vitaler Stadtmitte„, „Erhalt und stadtgestalterische Würdigung der historischen Bausubstanz“ und die „Stärkung der Aufenthaltsqualität mit Berücksichtigung der vorzufindenden Nutzungen, des Städteklimas und des Umweltschutzes“. Wie Stadtbauamtsleiter Tobias Brandt auf Rückfrage sagte, werden die Ergebnisse des ISEK-Prozesses ebenso in den Vorgaben der Stadt berücksichtigt wie Anträge der Fraktionen.

Auf der Kaiserstraße kommt einiges zusammen für die Planer. Es muss Raum geschaffen werden für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer (vom Auto übers Rad bis zum ÖPNV), auch sollen Aufenthaltsqualität und temporäre Veranstaltungsflächen hergestellt werden. Das Gewerbe soll gestärkt, die historische Bausubstanz erhalten werden. Ein wichtiger Punkt bei der Planung ist das Stadtklima. Der Alleencharakter auf der Kaiserstraße soll auf jeden Fall erhalten bleiben.

Was dies für die Linden heißt, die dort derzeit stehen (wie manche meinen: zu nah an den historischen Gebäuden), weiß derzeit niemand, ahnen aber viele: Da die Wurzeln der Bäume mit den unter der Kaiserstraße verlegten Versorgungsleitungen verschlungen sind, werden wohl viele Bäume gefällt und durch neue ersetzt werden müssen. Brandt: „Die Bäume sind durch die Versorgungsleitungen stark in Mitleidenschaft gezogen worden.“

Kilian legte eine Zeitplanung für den Realisierungswettbewerb vor. Im November sollen die Wettbewerbsziele beschlossen werden, dann läuft das Verfahren. Kilian: „Wir rechnen nicht mit einer zeitlichen Verzögerung.“ Im Januar treffen sich erstmals die Preisrichter; in dieses Gremium wünscht sich der Bürgermeister neben Fachleuten Vertreter aller Fraktionen. Im Februar werden die Wettbewerbsunterlagen ausgegeben, im Mai ist Abgabe, und im Juli entscheidet sich das Preisgericht für eines der Teilnehmerbüros.

Eine Kostenschätzung sei zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens noch nicht möglich, sagte Kilian. Die Stadt wird aber eine Kostenobergrenze ziehen. Für die Teilnehmer des Wettbewerbs gibt es Preisgelder und Anerkennungsprämien.

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