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Hürden beseitigen

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Digitale Barrierefreiheit weiterdenken“ lautet am Freitag, 16. September, der Titel einer Tagung an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Friedberg. Dazu lädt das Team um Monika Maria Möhring, Leiterin des Blindenzentrums BliZ der THM, gemeinsam mit dem Studium Digitale der Goethe-Universität Frankfurt um Dr. Sarah Voß-Nakkour ein.

Ein Studium mit Behinderung sei immer von Barrieren gekennzeichnet, selbst wenn es um digitale Inhalte und Lehrformate gehe, heißt es in einer THM-Pressemitteilung. „Durch die Pandemie wurden Videokonferenzen, Lernplattformen und digitale Vorlesungsunterlagen plötzlich zu einem zentralen Bestandteil des Hochschulalltages. Wissensberufe werden zunehmend im Homeoffice ausgeübt. Trotz aller Chancen, die sich hier für Behinderte bieten, werden die digitalen Barrieren und sozialen Herausforderungen dadurch vorerst umso vielfältiger.“

Die Goethe-Universität Frankfurt und die THM widmen sich unter dem Dach des „HessenHub“ seit 2019 diesem Thema. Ihr gemeinsam initiiertes „Netzwerk digitale Barrierefreiheit an Hochschulen“ will eine Inklusionskultur an hessischen Hochschulen schaffen und das Wissen im deutschsprachigen Raum bündeln. Ziel ist es, Dozierende und wissenschaftliches Personal der Hochschulen und inklusiven Schulen qualifiziert in die Lage zu versetzen, beeinträchtigten und behinderten jungen Menschen den Zugang zu dem oft komplexen Fachwissen im Bereich Inklusion zu ermöglichen. Zu der Tagung in Präsenz haben viele Fachleute aus der Forschung und Lehrkräfte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum Beiträge in Form eines Vortrags oder Workshops angemeldet. Geboten werden Einblicke in Projekte zur barrierefreien Hochschulorganisation und -kommunikation.

Im Programmpunkt „inklusive Lehre“ wird ein einzigartiger Taschenrechner für Blinde der „BliStA“ Marburg vorgestellt. „Innovative Formate wie 3-D-Programmierung, spielerisches Lernen am PC und virtuelle Welten sowie Lernvideos machen Inhalte für eingeschränkte Menschen begreifbar und kommen gleichzeitig Nichtbehinderten zugute“, heißt es weiter in der THM-Pressemitteilung.

Barrierefreie Dokumente und Videos mit Untertiteln bereiten auf Vorlesungen vor. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf das Verstehen von Depressionen gelegt, wozu ein Workshop der Robert-Enke-Stiftung beitragen soll. Die Konferenz zeigt zudem anhand von Expertenberichten bewährte und zukünftige Konzepte in Sachen Barrierefreiheit und Bildungsgerechtigkeit auf. Im Rahmen der Veranstaltung stellt das Netzwerk auch den aktuellen Sammelband „Digitale Barrierefreiheit in der Lehre weiterdenken“ vor. Er soll inklusiv Lehrenden und Didaktikern erprobte Konzepte und theoretische Grundlagen zur behindertengerechten Lehre an die Hand geben.

Bei der Tagung, die von 9.30 bis etwa 16.30 Uhr am THM-Campus Friedberg stattfindet, sind auch Interessierte außerhalb des Hochschulumfeldes und betroffene Studierende willkommen. Weitere Informationen zu Programm, Veranstaltungsort und die kostenlose Anmeldung gibt es unter https://www.hes senhub.de. red

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