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DeckeltierRoehrenkanneGrab2K
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An die Kette gelegt: Das Deckeltier auf einer Röhrenkanne, die als Grabbeilage zutage gefördert wurde.

Glauburg

Prachtvoll ins Jenseits

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Das Museum Keltenwelt in Glauburg gibt ein neues Buch über ein keltisches Prunkgrab heraus.

Im nächsten Leben geht es weiter. Und damit dies nicht in Armut unter Entbehrungen geschehen musste, wenn man doch auf Erden wohlhabend und von Stand war, steckte man den Toten etwa geschickt verzierte goldene Ringe an den Finger, zog ihnen Armreifen aus gleichem Material über die Hand und legte ihnen einen kunstvoll gearbeiteten Halsring um. Um im Jenseits nicht dürsten und hungern zu müssen, wurden den Verstorbenen etwa noch mit aufwendigen Ornamenten gestalteten Kannen mit Met sowie Schwert, Pfeil und Bogen in die letzte Ruhestätte gelegt. Die Grabbeigaben aus der Eisenzeit, stellen heute mit die wichtigsten Dokumente über die damals lebenden Menschen dar, die heute als Kelten bezeichnet werden.

Das Museum Keltenwelt am Glauberg in Glauburg hat nach rund zehn Jahren unter dem Titel „Glanzvoll ins Jenseits“ ein neues Buch über die Funde am Glauberg herausgegeben, mit aktuellem Forschungsstand und darüber hinaus auch für Laien gut lesbar. Laut Museumsleiterin Vera Rupp sind über die Funde am Glauberg viele Publikationen erschienen, doch fehlt es bislang an einer für alle Interessierten zugänglichen Gesamtschau der Fundstücke, um so die herausragende Bedeutung dieser eisenzeitlichen Fundstätte noch stärker in die Öffentlichkeit zu bringen - und die ist sehr interessiert.

Durchschnittlich 60 000 Besucher zählt das Museum samt der archäologischen Außenanlage im Jahr. Der erste Band sei mit einer Auflage von mehr als 7500 Exemplaren ein Renner gewesen, sagt Lars Corsmeyer, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Keltenwelt. „Mit der Überarbeitung des Buches haben wir vor rund zwei Jahren begonnen, um die bisherigen Auswertungen aufzunehmen“, sagt er.

Glanzvoll ins Jenseits von Daniela Euler, 22 Seiten, 14,80 Euro, ISBN 978-3-89822-502-1, www.keltenwelt-glauberg.de.

Autorin des Bands ist Daniela Euler, Archäologin und Expertin für die Forschung über keltische Fürstensitze. Ob des Keltenfürstengrabs mit der berühmten lebensgroßen Steinfigur habe es einen ersten Kontakt zu Euler vor einigen Jahren gegeben.

Eingeleitet wird das 122 Seiten starke und durchgängig bebilderte Buch von der überaus spannenden Geschichte über die Entdeckung des Fürstengrabs 1987 durch den örtlichen Geschichtsverein. Der Glauberg mit seinem großen Plateau war seit Jahrtausenden eine sichere Siedlungsstätte, deren Überreste noch heute deutlich zu sehen sind. Mit der Entdeckung des Prunkgrabs für einen Keltenfürsten unter einem Acker traten neben der Steinfigur weitere „sensationelle Funde“ zutage, so die Autorin. Hierzu zählen etwa ein goldener Halsring, der sich noch am Nacken des Toten befand. Der Brustteil des Schmuckstücks ist mit menschenähnlichen Köpfen, Figuren und Ornamenten versehen. Eine fein ausgearbeitete Schließe gehört auch dazu.

Von nicht geringerer kunsthandwerklicher Fähigkeit zeugt eine Schnabelkanne, die sich vom Design her auch in den Jugendstil einordnen ließe, oder die von Menschen- und Tierköpfen verzierten Bronzefibeln, die als Gewandspange dienten. Offenbar sind die meisten dieser Grabbeigaben nicht genutzt, sondern nur für die Mitnahme ins Jenseits hergestellt worden. Denn auf den Fundstücken gibt es keine Gebrauchsspuren. Eine Ausnahme bildeten wohl die Fibeln, die zum Teil Korallenperlen als Einlage aufweisen.

Die Kunsthandwerker stammen laut Corsmeyer mit Sicherheit nicht aus der Siedlung am Glauberg. „Es waren Wanderhandwerker, die im etruskischen Raum umherzogen und die für die Dauer der Grabbeilagenherstellung in der Siedlung lebten.“

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