Wetterau

Gegen den „Flächenfraß“ in den Wetterau

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Die Grünen sehen Beitritte weiterer Wetterau-Kommunen zum Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main kritisch. Es könnte immer mehr Landschaft verbraucht werden.

Dass derzeit in Kommunen des östlichen Wetteraukreises der Beitritt in den Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main diskutiert wird oder bereits beschlossen ist, sieht die Grünen-Fraktion „Grün+“ in der Regionalverbandskammer kritisch. Es handele sich etwa um Echzell, Nidda und Büdingen. Während Echzell den Beitrittswunsch auf Antrag der SPD bereits gefasst hat, steht die Beschlussfassung in Nidda noch aus. Auch in Büdingen könnte eine Entscheidung anstehen. Doch die Grünen befinden, dass der Beitritt ländlich geprägter Räume in den Ballungsraum nachteilige Folgen für die Landschaft haben werde. Im Klartext: Flächenfraß.

„Die Grenze des Ballungsraumes und damit des Verbandsgebietes in östlicher Richtung war bislang deutlich wahrnehmbar. Sie ist gegenüber dem urbanen Raum ländlich geprägt und offener. Die Probleme des Ballungsraums unterscheiden sich deutlich zu denen des ländlichen Raums“, so Christian Vogt, Geschäftsführer der Gruppe „Grün+“ in einer Mitteilung.

Im Ballungsraum gehe es um Siedlungsdruck, hohe Verkehrsströme, konkurrierende Verkehrssysteme oder wachsende Versorgungsinfrastruktur. All das habe einen hohen Flächenbedarf.

„Der Regionalverband hat bisher alles dafür getan, das Ansiedeln von Logistikzentren entlang der A 45 zu unterstützen. Und das, obwohl wir in der Wetterau einen der besten Böden der gesamten Republik haben. Wir befürchten, diese Politik des Flächenfraßes wird durch den Beitritt in den Verband befeuert“, ergänzt Marcus Stadler, Stadtverordneter der Grünen in Nidda. „Die östliche Wetterau ist nicht geeignet, die Probleme des Ballungsraumes aufzufangen. Wir stehen vor der Entscheidung der gesunden Weiterentwicklung als ländlicher Raum oder einer Anpassung an den Ballungsraum mit all seinen Nachteilen.“

Es sei Aufgabe des Regionalverbandes, die Siedlungsaufgaben des schnell wachsenden Ballungsraumes innerhalb seiner Gesamtfläche zu lösen. Doch in der direkten näheren Umgebung von Frankfurt würde kein Bürgermeister seine teuren Flächen gerne für extensive Versorgungsgebiete wie Logistikzentren hergeben, heißt es in der Mitteilung. Dort wolle man lieber lukrative Ein- und Zweifamilienhäuser sehen, um gut verdienende Frankfurter anzulocken. Der Platz werde aber knapp und es erscheine logisch, wenn der Regionalverband sich weitere ländliche Kommunen einzuverleiben sucht. Doch die Wetterauer Äcker, Wiesen und Auen seien zu wertvoll für Logistikanhäufungen wie in Hammersbach oder dem Rewe-Plan bei Wölfersheim, so die Grünen.

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