+
Illegale Erdaufschüttungen in der südlichen Wetterau, aufgenommen im vergangenen Sommer.

Friedberg

Edle Wetterauer Scholle schützen

  • schließen

Zum Erhalt der legendären Bodenqualität der Wetterau sind Erdauffüllungen streng genehmigungspflichtig. Darauf weist der Kreis aus gegebenem Anlass hin.

Erdauffüllungen und -aufschüttungen sind grundsätzlich genehmigungspflichtig. Darauf weist die Kreisverwaltung in einer Mitteilung hin.

Die Wetterau sei für ihre fruchtbaren Böden und als „Kornkammer Hessens“ bekannt. Deshalb sei die Bodenqualität zu erhalten. Selbst das einmalige Aufbringen von minderwertiger Erde auf guten Boden vermindere langfristig die Bodenqualität, heißt es aus dem Landratsamt.

Weil guter Mutterboden auch nicht einfach auf der Deponie landen soll, seien für Auffüllungen zum Schutz der Fruchtbarkeit und Ertragsfähigkeit Genehmigungen notwendig. Dabei werde unter anderem geprüft, ob es sich um eine Bodenverbesserung handelt oder nicht und ob die Erde schadstoffbelastet ist. Damit die Böden nicht mit schlechter Erde belastet werden, illegal Bauschutt oder verunreinigter Aushub entsorgt wird, be-dürfe es einer gewissen Kontrolle, so die Mitteilung.

In den vergangenen Jahren sei es vermehrt vorgekommen, dass landwirtschaftliche Flächen ohne Prüfung des Erdmaterials und ohne Genehmigung aufgefüllt wurden. Das könne nicht nur teuer für den Verursacher werden, sondern bedeute auch für die zuständigen Fachbehörden einen erhöhten Zeit- und Arbeitsaufwand. Erst kürzlich sei ein Fall einer Aufschüttung mit verunreinigter Erde vor dem Friedberger Amtsgericht verhandelt worden.

Damit es erst gar nicht so weit komme, rät Dezernent Matthias Walther (CDU) in der Mitteilung dringend dazu, vorher Kontakt mit der Kreisverwaltung aufzunehmen.

Für qualitative Bodenverbesserungen sei immer eine naturschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Anträge dafür könnten sowohl beim Fachdienst Landwirtschaft, bei der Fachstelle Wasser- und Bodenschutz als auch bei der Fachstelle Naturschutz- und Landschaftspflege gestellt werden. Hierfür stehe ein vorgefertigtes Formular bereit.

Aufschüttungen auf Flächen von mehr als 300 Quadratmetern, die den Boden nicht verbessern, seien baugenehmigungspflichtig und beim Fachdienst Bauordnung zu beantragen. Aufschüttungen auf bis zu 300 Quadratmetern bedürfen einer naturschutzrechtlichen Genehmigung, heißt es in der Mitteilung.

Erdaushub könne unter Umständen rechtlich sogar als Abfall eingestuft werden, insbesondere wenn er verunreinigt ist und die Aufschüttung lediglich eine teure Entsorgung ersetzen soll. Dann seien die Kommunen sowie die Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt beim Regierungspräsidium Darmstadt zuständig. jo

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare