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Bei maroden Straßen ist Geduld gefragt

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Von: Jürgen Wagner

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Setzungsschäden: In der Wilhelm-Leuschner-Straße haben sich die Pflastersteine rund um die Pflanzinseln gelöst. Ansonsten ist die Straße in gutem Zustand, weshalb andere Sanierungen vordringlicher sind. Nici Merz © Nicole Merz

Friedberg - Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) hat angekündigt, dass weitere Straßen saniert werden. Das weckt Begehrlichkeiten, besonders bei jenen Friedbergern, die schon lange über die schadhafte Straße vor ihrer Haustür klagen.

Die Friedberger Straßen sind in keinem guten Zustand. Immer wieder gibt es Beschwerden von Bürgern, die teils seit Jahren mit dem Auto oder dem Fahrrad über Schlaglochpisten gurken. Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) kündigte im Gespräch mit dieser Zeitung an, man werde bei der Straßensanierung einen Zahn zulegen. Nach dem Mühlweg in 2022 würden nun die Friedberger Straße in Ockstadt und die Wingertstraße saniert. „Wir lösen den Stau bei der Sanierung auf. Danach sind Pfingstweide und Gebrüder-Lang-Straße an der Reihe“, sagte Antkowiak. Laut ihm sollen auch kleinere Reparaturen vorgenommen werden. Beispiel: Die Schlaglöcher in der westlichen Mainzer-Tor-Anlage würden beseitigt.

Ein Leser, der diese Nachrichten mit großem Interesse aufgenommen hat, wohnt in der Wilhelm-Leuschner-Straße. Auch diese ist sanierungsbedürftig, der Bürgermeister hat sie aber nicht erwähnt. Warum nicht? Das wollte der Mann wissen und fragte im Rathaus nach.

Der bauliche Zustand der Wilhelm-Leuschner-Straße lässt seit Jahren zu wünschen übrig. Im April 2021 berichtete diese Zeitung zuletzt darüber. Obgleich nicht als Durchgangsstraße ausgelegt, ist die Wilhelm-Leuschner-Straße stark beansprucht. Anwohner beobachten, dass die Straße als Schleichweg zwischen Kaserne und Innenstadt genutzt wird, auch von Lastwagen. Ergebnis: Die Pflastersteine an den Pflanzinseln haben sich gelöst.

Im Juli 2021 wandte sich der Anwohner ans Rathaus und erfuhr, dass es eine Ortsbegehung gegeben habe und die grundhafte Sanierung der schadhaften Pflasterflächen in der Fahrbahn vorbereitet werden solle. „Außerdem sollte geprüft werden, ob angesichts der umfangreichen Planung und Vorbereitung der Sanierungsmaßnahme als Übergangslösung bis zur endgültigen Umsetzung ein Provisorium gebaut werden kann“, berichtet der Anwohner.

Seither hat sich der Zustand dieser Straße nicht entscheidend verändert. Ärgerlich für den Anwohner: „Bei unserem Haus steht in nächster Zeit eine Fassadensanierung an. Die Sanierung der Risse in der Fassade hat aber nur einen Sinn, wenn die marode Pflasterfläche in der Straße vor unserem Haus als maßgebliche Ursache der Risse zuvor instand gesetzt wurde.“ Das Stadtbauamt hat dem Anwohner geantwortet, durch die Einrichtung eines Durchfahrtverbots für Schwerlastverkehr sei die Situation verbessert worden. Bis auf die kaputten Pflastersteine sei der Zustand der Straße gut, andere Straßen in der Stadt seien in einem weitaus schlechteren Zustand. Eine provisorische Lösung in der Wilhelm-Leuschner-Straße sei nicht zielführend, sinnvoll sei nur eine grundhafte Erneuerung des Pflasters. Doch die muss warten. Antkowiak hatte im Gespräch darauf hingewiesen, dass die Straßensanierungen erst möglich wurden, nachdem die Straßenbeitragssatzung abgeschafft worden war. „Sonst hätten wir die Bürger zu sehr belastet.“ Die Möglichkeit, auf Straßenbeiträge zu verzichten, besteht in Hessen erst seit Sommer 2018 nach einer Gesetzesänderung. Ende 2018 wurde die Satzung in Friedberg abgeschafft. Laut dieser Satzung hätten die Anwohner bei einer Sanierung hohe Geldbeträge zahlen müssen - was die Stadtverordnetenversammlung ablehnte. In der Folge wurden viele Sanierungen aufgeschoben.

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