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Für die Außensanierung fehlt derzeit das Geld.
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Für die Außensanierung fehlt derzeit das Geld.

Friedberg Altes Hallenbad

Altes Hallenbad ist fast saniert

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Das Alte Hallenbad in Friedberg ist bald saniert. Das zeigt ein Blick hinter die Kulissen. Noch fehlt aber das Dach.

Von außen sieht das Friedberger Jugendstilbad noch etwas grauslich aus. Innen hat sich nach dem Ende des ersten Bauabschnitts bereits eine deutliche Wandlung vom grauen zum weißen Schwan vollzogen. 1,3 Millionen Euro sind bislang verbaut worden. Geld, das vor allem in das Einziehen eines Bodens über dem Schwimmbecken sowie für moderne Sanitäranlagen verwendet worden ist.

Auch einen richtigen Backstage-Bereich gibt es nun, der auch für kleine Veranstaltungen mit bis zu 80 Besuchern genutzt werden kann. Hierzu ist das alte Kesselhaus umgebaut worden. Die einstige Schwimmhalle wird bereits für Kultur und geschlossene Gesellschaften genutzt, für bis zu 350 Gäste. „Das Haus wird sehr gut angenommen“, sagt Uli Lang, Vize-Vorsitzender der gemeinnützigen Gesellschaft Theater Altes Hallenbad. Am Sonntag konnte man sich über den aktuellen Zustand informieren lassen.

Bei der Instandsetzung der einstigen Schwimmstätte, die heute in der Haagstraße ein bisschen versteckt liegt, geht es nicht nur darum, die Schäden, die in den drei Jahrzehnten des Leerstands entstanden sind, zu beheben oder das Gebäude in einen zeitgemäßen Zustand für Veranstaltungen zu bringen. Es geht in großem Umfang auch darum, die architektonischen Sünden zu revidieren, die mit dem Umbau 1963 einhergingen.

Bausünden der 1960er

„Aus dem Jugendstilbad, das als Reinigungsbad mit Schwimmbecken konzipiert war, wurde ein Sportbad gemacht“, sagt Lang. Hierbei wurden denkmalpflegerische Aspekte mangels behördlicher Auflagen ignoriert. So wurden die Schwimmhalle und die gemauerten Säulen der Galerie gut zwei Meter hoch mit baby-blauen Fliesen verkleidet. Das Fresko auf einer Stirnseite des Tonnengewölbes wurde überputzt und der Brunnen am Beckenrand entfernt. Das Wandgemälde soll später wieder freigelegt werden, sagt Lang.

Von den Umbauten 1963 war auch das im Hochparterre liegende Foyer stark in Mitleidenschaft gezogen worden, um den damaligen praktischen Nutzen zu erfüllen. Das Foyer ist nunmehr weitgehend im originalen Zustand rekonstruiert worden, sagt Uli Lang.

Im Vordergrund der Sanierung steht jedoch die Verbesserung der Infrastruktur wie moderne Toilettenanlagen und Künstlergarderoben, damit der Veranstaltungsbetrieb immer mehr Fahrt aufnehmen kann. So soll im Herbst 2015 mit „Don Giovanni“ wieder eine eigene Operninszenierung aufgeführt werden. Und wenn sich ein engagierter Wirt findet, kann die alte Werkstatt zum Lokal umgebaut werden.

Dachsanierung steht an

Für 2015 steht die Dachsanierung an, so Lang. Dort soll die Saalheizung untergebracht werden. Die Kosten werden auf bis zu einer dreiviertel Million Euro taxiert. Mit Geld von Land, Bund und Sponsoren wird auch dieser Bauabschnitt bewältigt werden, heißt es. Die Stadt Friedberg gebe jährlich 25 000 Euro.

Lang lobt zudem die große Verbundenheit von Firmen zum Alten Hallenbad, sodass diese etwa Baumaterial schon mal als Spende abgäben. Erst recht sei das Projekt nicht ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer zu stemmen, oft seien es Baufachleute im Ruhestand. Nach dem bisherigem Verlauf könnten die Gesamtbaukosten die gesteckte Marke von 4,3 Millionen Euro sogar unterschreiten.

Vor kurzen erhielt die Gesellschaft eine Art Ritterschlag. Eine unabhängige Jury in der Initiative der Deutschen Bank für zukunftsweisende Projekte verlieh dem Alten Hallenbad den Preis „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. Uli Lang meint zufrieden: „Die Auszeichnung ist zwar nicht mit einem Preisgeld verbunden, aber diese bundesweite Anerkennung wird uns bei Förderanträgen an staatlichen Stellen sehr helfen.“

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