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Adventsbummel mit Auto: Grüne können sich nicht durchsetzen

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Das Auto gehört für viele zum Einkaufsbummel dazu. Im Advent freilich wird’s auf der Friedberger Kaiserstraße eng. An den Adventswochenenden gilt wieder kostenloses Parken. Die Grünen wünschten sich, alle ließen das Auto zu Hause.
Das Auto gehört für viele zum Einkaufsbummel dazu. Im Advent freilich wird’s auf der Friedberger Kaiserstraße eng. An den Adventswochenenden gilt wieder kostenloses Parken. Die Grünen wünschten sich, alle ließen das Auto zu Hause. merz © Merz

Auch in diesem Advent wird es in Friedberg kostenfreies Parken in der Innenstadt geben. Aber die Stadt schafft Anreize, damit Besucher die Kaiserstraße erst gar nicht direkt ansteuern.

Die Friedberger Kaiserstraße im Advent ist noch immer einen Besuch wert. Weihnachtlich geschmückt, lockt die Einkaufsmeile viele Kunden aus Nah und Fern an. Ein Grund dafür war in den vergangenen Jahren das kostenfreie Parken an den Adventswochenenden. Die Grünen wollten diese Regelung abschaffen, legten im Stadtparlament einen Antrag vor, der zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen wurde. Zwei Ausschüsse beschäftigten sich damit, beide sprachen sich für das Fortbestehen der Regelung aus. Am Ende wurde dank der Verwaltung ein Kompromiss erzielt, den die Grünen eher zähneknirschend aufnahmen.

Die Grünen hatten gefordert: Kein freies Parken mehr an den Adventssamstagen in der Innenstadt, stattdessen kostenlose Busfahrten und ein Lieferservice, den die Stadt zusammen mit »Friedberg hat’s« organisieren soll. Im Ausschuss für Energie, Wirtschaft und Verkehr in der vergangenen Woche war der für die Grünen wohl wichtigste Punkte bereits in sein Gegenteil verkehrt worden: CDU und UWG hatten vorgeschlagen, die beiden Wörter »nicht mehr« zu streichen und kostenfreies Parken - wie in den Vorjahren - wieder zu ermöglichen.

Was die Erste Stadträtin Marion Götz (SPD) schon im Stadtparlament betont hatte: Die Stadtverwaltung arbeitet bereits an einem Verkehrslenkungskonzept für den Advent. Dieses Konzept stellte Stadtbauamtsleiter Tobias Brandt am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss vor. Die Kernpunkte: Kostenfreies Parken rund um die Innenstadt soll den Verkehr beruhigen. Das City-Parkhaus und der Parkplatz an der Dieffenbachschule sollen vom 26. November bis 24. Dezember freitags bis sonntags kostenfrei sein; für die beiden Parkplätze an der Stadthalle und am Burgfeld gilt dies ohnehin.

Im gleichen Zeitraum soll ein kostenloser Shuttle-Service eingerichtet werden, der die Besucher der Stadt von den Parkplätzen oder vom Bahnhof zur Kaiserstraße und zurück bringt. Mit »Friedberg hat’s« wird geklärt, ob ein Lieferservice eingerichtet werden kann. Wie Brandt sagte, fahren die Busse im 30-Minuten-Takt, die maximale Fahrzeit betrage vier Minuten. Der Shuttlebus kostet die Stadt rund 12 000 Euro, dazu kommt der Ausfall der Parkgebühren.

Gut für den Handel, schlecht für die Luft

Im HuF folgte eine längere und kontroverse Diskussion. Dabei waren die Fronten klar verteilt. Für Achim Güssgen-Ackva (FDP) steht fest: »Was dem Handel dient, ist gut für die Stadt.« Und kostenfreies Parken diene dem Handel. Den Lieferservice sieht Güssgen-Ackva kritisch. Dafür würden Autos eingesetzt, und die wollten die Grünen ja nicht auf der Kaiserstraße.

Autos seien »schlecht fürs Einkaufsklima und die Luft«, gab Sven Weiberg (Linke) zu bedenken. Olaf Beisel (CDU) hingegen sagte, wenn das Parken in der Innenstadt an den Adventswochenden kostenpflichtig wäre, »fahren die Leute in die Nachbarschaft«. »Aus- und einparkendes Autos erzeugen keine besinnliche Adventsatmosphäre«, sagte Gudrun Friedrich (Grüne). Man sorge so nur für noch mehr Autokarawanen: »Wir sollten uns für mehr Entschleunigung einsetzen.« »Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel«, gab auch Dr. Martin Salzwedel (Grüne) zu bedenken: »Auf einen freien Parkplatz kommen 100 Autos.« Den Vorwurf, ihr Antrag sei »Klientelpolitik für die Grünen« konterte Salzwedel mit der Feststellung, dies sei eher »Klientelpolitik für Friedberg« - aber ein verkehrsberuhigtes Friedberg.

Diskutiert wurde auch, ob kostenlose Parkplätze dann noch sinnvoll seien, wenn das Parken in der Innenstadt nichts koste. Vielleicht sind sie ja gerade dann sinnvoll. Wer weiß, welcher Verkehr an den Adventswochenenden auf der Kaiserstraße herrscht, wird - wenn keine großen Pakete zu transportieren sind - vernünftigerweise in der Peripherie parken. Und den kostenlosen Shuttlebus besteigen.

Mehrheit fürs Rathaus-Konzept

Am Ende sprach sich der HuF dafür aus, den Vorschlag der Verwaltung umzusetzen, ergänzt durch das nun wieder beschlossene gebührenfreie Parken an vier Adventssamstagen in der Innenstadt. Dabei ist - wie auf den anderen Parkplätzen - die Höchstparkdauer zu beachten.

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