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Noch legt die Europäische Union feste Preise für den Verkauf von Zuckerrüben fest. Von 2017 bestimmt der Markt den Preis.
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Noch legt die Europäische Union feste Preise für den Verkauf von Zuckerrüben fest. Von 2017 bestimmt der Markt den Preis.

Wetterau

Auf dem Weg in den freien Markt

  • VonFrank Sommer
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Wetterauer Rüben-Bauern blicken trotz Wegfalls der EU-Quoten positiv in die Zukunft.

Wenn die Wetterauer Landwirte im März die Zuckerrüben aussäen, dann wissen sie, dass sie ihre Feldfrüchte nach der Ernte im August zu einem einheitlich Mindestpreis verkaufen können. Auch im nächsten Jahr gilt dies noch, ab 2017 müssen die Bauern sich aber umorientieren, dann fällt mit der Zuckermarktordnung auch der Rübenmindestpreis. „Mit dem von der EU-Kommission beschlossenen Wegfall der Zuckerquoten sind wir dann in einem freien Markt“, sagt Herwig Marloff, Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Wetterau.

Mehr Ertrag ohne Gentechnik

Der Markt werde dann den Preis bestimmen. „Je nach Marktlage kann der auch höher als bisher ausfallen“, sagt Marloff. Denn die Quote regelt bisher auch Im- und Export sowie das Konkurrenzprodukt Isoglucose.

Furcht vor dem Wegfall der Quote und einer damit einhergehenden Verdrängung der Wetterauer Bauern hat Marloff aber nicht, er sieht die hiesigen Rübenbauern gut aufgestellt. „Ende Januar beim Wetterauer Rübentag gab es ein eindeutiges Votum für die Rübe“, sagt er. Nur wenige Bauern würden sich vom Rübenanbau verabschieden.

Grund für diesen Optimismus sind die hervorragenden Ernteergebnisse: Mehr als 80 Tonnen Rüben pro Hektar ernteten die Bauern 2014. „Die Wetterauer Böden eignen sich vorzüglich für den Rübenanbau, hier fühlt sie sich wohl“, sagt Marloff.

Durch Züchtung und Pflege gelänge es den hiesigen Landwirten, die Menge des aus den Feldfrüchten gewonnenen Zuckers kontinuierlich zu steigern. „Und das ohne Gentechnik“, betont Marloff. Mancherorts werde damit geworben, dass bis 2020 20 Tonnen Zucker pro Hektar gewonnen werden könnten. „Ich denke, dass ist realistisch“, sagt Marloff zu diesen Prognosen. Die Verbraucher bräuchten deshalb nicht zu fürchten, dass Zucker aus urwaldgerodetem Anbau importiert werden müsste.

Nach Berechnungen des Bauernverbandes könnten die Rüben in der Wetterau höhere Erlöse bringen als andere Kulturen. Auch seien die Rübenschnitzel, die als Nebenprodukt in der Zuckerverarbeitung entstehen, begehrt in der Tierfutterindustrie.

„Außerdem haben wir mit der Biogasanlage in Florstadt noch ein weiteres Standbein in Planung“, sagt Marloff. Der Schwandorfer Biogasanlagenbauer Schmack hat kürzlich erklärt, bei der L3187 in der Nähe von Reichelsheim eine Anlage errichten zu wollen. Für die Rübenbauern ist das eine gute Nachricht, hatten sich 2014 Pläne eines anderen Investors zum Bau einer Biogasanlage zerschlagen.

Biogas als zweites Standbein

„Die Anlage soll im Unterschied zu anderen Anlagen fast ausschließlich mit Rüben betrieben werden“, sagt Florstadts Bürgermeister Herbert Unger (SPD). Die Anlage sei damit auch ein wichtiger Schritt gegen die „Vermaisung der Landschaft“, dem ökologisch nicht unumstrittenen Anbau von Mais. Mit der Energiegewinnung hätten die Rübenbauern ein weiteres Standbein.

Allerdings befände sich planungstechnisch noch alles am Anfang. „Zur Zeit sind wir auf der Ebene des Hoffnungsschimmers“, sagt Unger, ein Genehmigungsverfahren nach Bundesemissionsschutz, nicht nach Baurecht, stehe noch aus. „Allerdings gab es mit dem vorigen Investor einen Screeningtermin und da gab es keine relevanten Einwände gegen den Bau“, sagt Unger. Marloff gibt sich auch hier optimistisch: „Ich hoffe, dass Mitte 2016 mit dem Bau begonnen werden kann.“

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