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Auf dem Gelände am Warthweg in Karben soll ein Gewerbegebiet entstehen.  Holger Pegelow
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Auf dem Gelände am Warthweg in Karben soll ein Gewerbegebiet entstehen.

Karben

Freie Flächen für Firmen

  • vonHolger Pegelow
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Der geplante Rewe-Umzug in Karben ermöglicht ein neues Gewerbegebiet. Die Stadt ist im Gespräch mit der Supermarktkette, die ihr Center direkt an die B3 verlagern will.

Wer auf der B3 nahe der Shell-Tankstelle vorbeifährt, kann es deutlich erkennen. Aus der einstigen Brachfläche am Spitzacker ist ein größeres Gewerbegebiet geworden. Der heimische Mazda-Autohändler und die Kletterhalle eines Mainzer Unternehmens haben sich bereits dort angesiedelt. Weiter hinten wird der Autozulieferer ClimAir erweitern. Dafür haben die städtischen Gremien die entsprechenden Bebauungspläne diskutiert.

Als Bürgermeister Guido Rahn (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung kürzlich eine Anfrage der Grünen nach freien Gewerbeflächen beantwortete, musste er allerdings passen. Die Stadt verfüge „über keinerlei eigene Gewerbeflächen mehr“. Es gebe jedoch Anfragen von ortsansässigen Firmen, die sich vergrößern wollten, und auswärtigen Firmen, die sich gerne in Karben ansiedeln würden.

73 Hektar

Die Stadt Karben verfügt über eine Gesamtfläche von 4400 Hektar. Laut Regionalem Flächennutzungsplan entfallen davon 329 Hektar auf Wohnbau, 98 Hektar auf gemischte Bauflächen, 130 Hektar auf gewerbliche Flächen und 116 Hektar auf Grünflächen.

Trotz aller Erweiterungen der vergangenen Jahre beträgt die realisierte Gesamtfläche für Wohnen bzw. Gewerbe nur 73 Hektar. Das wären laut Rahn bei vollständiger Realisierung 1,7 Prozent der Gemarkungsfläche. Dem stehen 1017 Hektar für eine ökologisch bedeutsame Flächennutzung gegenüber. „Der größte Teil der Fläche der Stadt bleibt nach wie vor der Landwirtschaft vorbehalten.“ pe

Woher nimmt die Stadt nun Gewerbeflächen, ohne wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu opfern? Die Lösung firmiert unter dem Namen „Am Warthweg“ und trägt die Bebauungsplannummer 236. Der Bürgermeister kündigte an, dass dafür ein Planungsauftrag vergeben werde.

Es geht darum, das jetzige Gelände des Rewe-Centers zu entwickeln. Dafür ist die Stadt im Gespräch mit der Supermarktkette, die ihr Center direkt an die B3 verlagern will. Das würde freie Flächen für andere Firmen schaffen. Denn diese würden laut Rahn dann an die Stadt bzw. die Hessische Landgesellschaft HLG gehen. Möglichen Befürchtungen, dort könnte sich ein weiterer Verbrauchermarkt ansiedeln, beugt der Bürgermeister vor: „Wir sind mit Supermärkten sehr gut versorgt; das reicht für unsere Stadt.“

Die Stadt denkt folglich an anderes Gewerbe. Es liegen laut Rahn bereits Anfragen einiger Karbener Unternehmen vor, die sich vergrößern möchten. Ein Unternehmen mit gut 100 Mitarbeitern aus dem Maschinenbau habe bereits eine Option auf über 10 000 Quadratmeter, um seinen Standort in Karben zu erweitern. Andere kleinere Firmen suchten ebenfalls Möglichkeiten, um ihre Betriebe zukunftsfähig auszubauen, sagt Rahn.

Im Hintergrund aktiv ist auch schon der städtische Wirtschaftsförderer Otmar Stein. Es gebe für das neue Gewerbegebiet bereits heute diverse Bewerber sowohl aus dem Dienstleistungsbereich als auch der Produktion.

Ziel sei es, möglichst mehrere mittelgroße und kleinere Unternehmen anzusiedeln und nicht auf große Betriebe zu setzen. „Logistikzentrumshallen oder dergleichen sind für unsere Lage nicht geeignet“, schiebt das Stadtoberhaupt sogleich etwaigen Begehrlichkeiten einen Riegel vor. Er schätzt, dass das Gewerbegebiet am Warthweg ähnlich strukturiert sein dürfte wie das in der Nähe gelegene Spitzackergebiet.

Bis die Stadt die Gewerbeflächen offiziell anbieten kann, dürfte es aber noch eine Weile dauern. Zunächst ist der B-Plan zu erarbeiten und das Verfahren abzuwickeln. Üblicherweise dauert dies zwei Jahre. Die um- und ansiedlungswilligen Firmen müssen sich also noch gedulden.

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