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Die Fußfesseln  können jederzeit geortet werden.
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Die Fußfesseln können jederzeit geortet werden.

Überwachung von Straftätern

Frei mit Fessel am Fuß

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Justizminister Jörg-Uwe Hahn eröffnet in Bad Vilbel eine bundesweite Überwachungszentrale für entlassene Straftäter, die weiterhin beobachtet werden müssen. Bis zu 500 Personen kann die Zentrale in Vilbel im Auge behalten.

Justizminister Jörg-Uwe Hahn eröffnet in Bad Vilbel eine bundesweite Überwachungszentrale für entlassene Straftäter, die weiterhin beobachtet werden müssen. Bis zu 500 Personen kann die Zentrale in Vilbel im Auge behalten.

Eine Überwachungszentrale braucht nicht viel Platz. Knapp 20 Quadratmeter, zwei große Schreibtische und acht Monitore, zwei davon sind prominent an der Wand montiert. Das reicht. Nebendran befindet sich noch ein kleineres Arbeitszimmer für den Chef. So sieht es in Raum 007 im ehemaligen Bad Vilbeler Amtsgericht aus.

Seit Januar arbeitet hier die Gemeinsame Überwachungsstelle der Länder, kurz GÜL. Deren derzeit 13 Mitarbeiter überwachen deutschlandweit alle Träger von Fußfesseln. Im Schichtbetrieb rund um die Uhr. 365 Tage im Jahr. Sie können jederzeit einsehen, wo sich ein Fußfesselträger aufhält. Wie eine Hommage an alte Zeiten hängt an der Wand eine Deutschlandkarte aus Papier, auf der alle Bundesländer eingezeichnet sind.

Die wirklich wichtigen Karten aber sind die auf dem Monitor. Per GPS werden die Fußfesseln und damit ihre Träger geortet. Auf dem Monitor wird der Standort der Fußfessel mit einem grünen Punkt gekennzeichnet. Bewegt sich der Träger, ist das auf Stadtplänen und Landkarten als roter Pfeil markiert. „Da können wir feststellen, in welcher Minute er wo war“, sagt GÜL-Leiter Hans-Dieter Amthor und zeigt auf dem Bildschirm. Der rekonstruiert gerade die Fahrtroute eines Mitarbeiters, der mit einer Fußfessel durch Hessen gefahren ist.

Per Mausklick lassen sich Räume definieren, die der Träger nicht betreten darf. Tut er es doch, ertönt in Vilbel ein Signal. Außerdem bekommen die Mitarbeiter eine Kurznachricht aufs Handy.

Erst dann dürfen Amthor oder seine Kollegen die sogenannten Geo-Daten aufrufen und gucken, wo der Straftäter sich gerade aufhält. In der Regel greifen sie dann zum Telefon und suchen das Gespräch mit ihm. Haben sie den Eindruck, dass der Überwachte eine Gefahr darstellt, kontaktieren sie Beamte in der Nähe des Überwachten.

Dienst haben immer mindestens zwei Mitarbeiter – ein Sozialarbeiter und ein Justizvollzugsbeamter im mittleren Dienst. In den ersten dreieinhalb Wochen seien täglich etwa 50 bis 70 Meldungen eingegangen, sagt Amthor. In den meisten Fällen hatten die Akkus Alarm gegeben.

Die Fußfessel ist ein Möglichkeit, um entlassene Straftäter weiter zu kontrollieren, die früher in Sicherungsverwahrung kamen. Bis zu 500 Personen könnten überwacht werden, sagte Justizminister Jörg-Uwe Hahn bei der Eröffnung gestern. Jeder Fall wird von einem Richter angeordnet.

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