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Joachim Walther zeigt: Einige Regale sind noch zu haben.
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Joachim Walther zeigt: Einige Regale sind noch zu haben.

Bad Vilbel

Flohmarkt im Trockenen

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Der neue Mietregalladen ist gut angelaufen. Gerade zur Weihnachtszeit florierte das Geschäft mit den zu vermietenden Regalen. Demnächst soll auch ein Paketshop eröffnet werden.

„Mich kann man mieten“, steht an den leeren Regalen, oder „Reserviert“. Doch die meisten Regale in dem Laden von Ulrike Walther sind belegt. „Mietregalladen“ ist der treffende Name des Geschäfts in der Frankfurter Straße 121. Seit sieben Wochen arbeitet hier Ehemann Joachim Walther als Geschäftsführer zusammen mit zwei Aushilfskräften.

„Vor Weihnachten war es fast schon zu viel“, sagt der Betriebswirt zurückblickend. „Wir waren sehr schnell vermietet.“ Nach Weihnachten sei der Betrieb dann rapide zurückgegangen. Doch das, hat er sich von Gewerbetreibenden aus der Nachbarschaft sagen lassen, sei ganz normal. Und tatsächlich: „Jetzt konsolidiert es sich etwas.“

Hier finden die Menschen all das, was es sonst auf Flohmärkten auch gibt. Da steht eine alte, olivgrüne Schreibmaschine von Olympia, ein paar Schritte weiter eine Auswahl an Brettspielen neben einem Paar schwarzer Herren-Halbschuhe und grauer Damen-Pumps. An etlichen Kleiderständern hängen Blazer, Blusen und andere Kleidungsstücke. Mehrere Reihen DVDs und CDs stehen auch dort – „neu und original verpackt“, sagt Walther. Das seien Restposten eines gewerblichen Anbieters.

Aus dem Rahmen fallen in dem Sortiment die Weinflaschen des Weinguts Brunnenhof aus Minheim an der Mosel. Auch Volker Frankenberger, der die Flaschen hier vermarktet, sagt: „Das ist sicher etwas Exotisches.“ Aber es komme auf einen Versuch an. Seit einer Woche habe er die Regale hier gemietet und auch schon ein paar Flaschen verkauft. Zwar lebe er an der Mosel, aber die Woche über wohne er bei seiner Tochter in Bad Vilbel. Deshalb kann der Pensionär es sich auch leisten, den ganzen Tag vor Ort zu sein.

Die ständige Anwesenheit ist für die Mietkunden keine Voraussetzung. Denn die Produkte bekommen Klebeetiketten, darauf stehen die Kundennummer, die gleichzeitig auch die hiesige Kontonummer ist, und der Preis. So weiß Walther, wenn er an der Kasse abrechnet, wem er den Betrag gutschreiben muss.

Zu den sechs Menschen, die am Donnerstagmorgen schon vor dem heruntergelassenen Rollladen auf die Öffnung warten, gehört Astrid Barofe aus Niddatal-Ilbenstadt. Sie hat eine Anzeige über die Eröffnung gelesen, und als regelmäßige Beschickerin von Flohmärkten ist sie hellhörig geworden. „Ich habe Puppen und eine Teddysammlung“, sagt sie. Die habe sie bisher nicht verkaufen können. Nach einem kurzen Blick in die Auslagen der Regale schließt sie mit dem Laden-Chef einen Mietvertrag.

Ein Regal am Eingang ist anders als der Rest. Diese Waren – Kartenspiele, Untertassen, Fön & Co.– sind Spenden der Mieter. Der Verkaufserlös kommt dem Verein Behinderte ins Leben integrieren aus Bad Vilbel und dem Hanauer Tierschutzverein Hunde in Not zugute. „In den sieben Wochen sind schon ein paar Hundert Euro zusammengekommen“, sagt Walther.

Ab Februar werden die Walthers hier auch einen Paketshop eröffnen. Dadurch erhoffen sie sich weitere Kunden. Die Post in der Neuen Mitte sei oft voll, sagt Walther. Alle Dienstleistungen wie in der Postfiliale werden sie nicht anbieten, aber „Basisleistungen“ wie Briefmarken kämen hinzu. Ein weiteres Extra können die Kunden schon jetzt in Anspruch nehmen. „Für jeden Besucher gibt es einen Kaffee und einen Keks.“

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